Von Meisterschaften, Vorurteilen und PoletänzERn
An der Stange tanzen
Foto: Deutsche Polesport Meisterschaft
Polesport-Weltmeisterschaft 2013: AthletInnen kämpfen an der Stange um den Sieg. Foto: Deutsche Polesport Meisterschaft
Polesport-Weltmeisterschaft 2013: AthletInnen kämpfen an der Stange um den Sieg.

In den USA, England und Australien ist Polesport bereits seit über zehn Jahren ein anerkannter Sport mit Meisterschaften. Auch in Deutschland wird er als Hobby und Hochleistungssport immer beliebter – unter anderem an der RUB: Die zwei Pole Fitness Kurse des AKAFÖ-Kulturbüros Boskop für das laufende Semester waren innerhalb weniger Minuten ausgebucht. Damit deutsche HochleistungssportlerInnen dieses Jahr an der Weltmeisterschaft im Polesport teilnehmen können, findet am 9. Juni 2014 zum Vorentscheid eine Polesport Meisterschaft in Bochum statt.

Zwölf AthletInnen aus den Elite-Kategorien der deutschen Meisterschaft werden Deutschland im Juli auf der IPSF (International Pole Sports Federation) Weltmeisterschaft in London vertreten. Dies war 2013 noch nicht der Fall, denn da gab es keinen Vorentscheid in Deutschland. Vivien Feld und Florenza Pizanis von „Vi-Dance“ wollen dies ändern und organisieren die diesjährige Meisterschaft. Im April qualifizierten sich dafür bereits 43 Athleten in fünf Kategorien vor.

Altersbeschränkung: keine

In den fünf Kategorien ist jedes Alter vertreten – von „bis 17 Jahre“ über „18-39 Jahre“ bis zu „ab 40 Jahre“. Greta Pontarelli, die Weltmeisterin  2013 in letzterer Alters-Kategorie „Elite Masters“ ist 63 Jahre alt. Wohl ein Beweis dafür, dass Polesport jung hält, denn ihre Performance mit Spagat und Kopfüber-Tricks an der Stange gelingt ihr überaus elegant und lässt sie mindestens 20 Jahre jünger wirken.

„Poledance? Ach, du strippst?“

Das sind wohl immer noch die üblichen Vorurteile, die PolesportlerInnen begegnen und das liegt daran, dass viele Poledance mit dem Rotlichtmilieu in Verbindung bringen. Dass die Disziplin ursprünglich aus dem chinesischen Zirkus kommt und von Männern erfunden wurde, wissen die meisten nicht. Erst später zog Poledance in Nachtclubs und Bars ein. Die Vorstellung, dass es bedeutet sich ein bisschen sexy an der Stange zu rekeln, wird dem Sport bei weitem nicht gerecht.  Seitdem Vivien Feld 2009 das erste ihrer drei Tanzstudios „Vi-Dance“ eröffnet hat, begegnet sie immer weniger Vorurteilen, da mehr und mehr Leute Poledance als Sport wahrnehmen. Und das aus gutem Grund: Poledance wird inzwischen in vielen Tanzschulen angeboten und als Hobby, Workout und Sportart gesehen. Dass dabei kurze Hosen getragen werden, ist aus einem praktischen Grund Voraussetzung: Die Kleidung würde an der Stange runterrutschen und man/frau braucht die Haut, um sich halten zu können. Gerade am Anfang führt dies häufig zu blauen Flecken und aufgeschürfter Haut.

Kraft, Ausdauer, Eleganz

Aber nicht nur auf blaue Flecken muss man/frau sich einstellen -- auch Muskelkater ist keine Seltenheit. Die Tricks an der Stange beanspruchen jeden Muskel im Körper. „Poledance ist eine Mischung aus Kraftsport, Ausdauer, Kraftausdauer und Eleganz. Ein bisschen Erotik ist natürlich auch dabei. Und das alles verbunden mit akrobatischen Figuren an der Stange“, so Vivien Feld.

Männer sind gerne gesehen

Obwohl von Männern erfunden, gibt es reichlich wenige, die heute Poledance tanzen. Vivien Feld würde in ihren Tanzstudios gerne einen Männerkurs anbieten – dazu gibt es jedoch zu wenig Interessenten. „Es ist ein frauendominierter Sport, aber Männer sind gerne gesehen“, sagt sie und lacht. Inwiefern sich auch das in den nächsten Jahren ändert, wird sich zeigen. Bei den Meisterschaften gibt es jedenfalls die Rubrik „Elite Men“. Und bei den Profi-Performances lassen sich nicht nur Tricks an der Stange finden. Zwischen den zwei Polestangen, die bei Meisterschaften üblich sind – eine davon die Spinning Pole, die sich dreht – lassen sich auch Elemente aus anderen Tanzstilen wie Modern und Breakdance finden.

Boskop: Pole Fitness Kurse sofort ausgebucht

Momentan bietet das Boskop-Büro bereits im dritten Semester Pole Fitness für Anfängerinnen an. Dieses Semester war die Warteliste sogar so voll, dass noch ein dritter, gemischter Zusatzkurs (Pole Fitness und Vertikaltuch) angeboten wurde. Für Katharina Kunst vom AKAFÖ-Kulturbüro Boskop spricht demnach nichts dagegen, den Workshop auch im kommenden Wintersemester wieder anzubieten. Für Interessierte gilt: Wer einen Platz ergattern will, muss schnell sein.

:bszinfo

Kurse und Workshops des AKAFÖ: www.akafoe.de/kultur/kurse-und-workshops

Eintrittskarten für die Polesport Meisterschaft am 9. Juni 2014 im Varieté et Cetera (Hernerstr. 299, 44809 Bochum) gibt es für 45,00 Euro unter:

kontakt@deutschepolesportmeisterschaft.de

Weitere Infos findet Ihr im Netz unter:
www.deutschepolesportmeisterschaft.de

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Schicke uns deinen Namen bis Freitag den 6. Juni 2014 an

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