Kabarett im MZ
Der spiegelnde Hofnarr
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Findet übrigens auch, dass Kunst alles darf: Mattias Engling. Bild: lor
Findet übrigens auch, dass Kunst alles darf: Mattias Engling.

Kabarett. RUB-Student Mattias Engling betrachtet in seinem Programm die Welt aus der Perspektive der GeisteswissenschaftlerInnen. 

So ganz sei Mattias noch nicht dahintergekommen, wie man Kabarett-Texte auf der Bühne zum Leben erwecken kann, doch es scheint anzukommen. Engling, der eigentlich im Improbereich zuhause ist, tritt mit seinem preisgekrönten (Förderpreis der Scharfen Barte Melsungen) Kabarettprogramm „NICHTSDESTOWENIGERTROTZ“ am 

14. Dezember um 19:30 Uhr im Musischen Zentrum auf. Auf der Bühne hangelt sich Engling assoziativ von Thema zu Thema. „Es geht um den Blick des Geisteswissenschaftlers auf die Welt und daraus entsteht die Komik zum Großteil“, erklärt der Theaterwissenschaftler. In seinem Text verarbeitet er Themen, die ihn in den letzten zwei Jahren beschäftigt haben: „Vielleicht ist es auch meine eigene Geschichte.“ Heraus kommen dann komplexe Zusammenhänge wie beispielsweise Frauen und Kartoffelsalat. Es handelt sich um Englings erstes Kabarettwerk, vorher habe er hauptsächlich gespielt „und mal mitgeschrieben“. 

Filterblase Kabarett

Anders als im Impro – oder auch in der Comedy – könne einE KabarettistIn viel intensiver über bestimmte Themen sprechen, so Engling. Man müsse nicht von einer Pointe zur nächsten rauschen. Und: „Kabarett ist immer vielfältig.“ So habe jedeR KünstlerIn ihren/seinen eigenen Stil. Besonders schätzt Mattias selbst Helge Schneider oder Mathias Tretter. Diese Vielfalt sei wichtig, denn Kabarett sei „eine frühe Filterblase“ gewesen, in der Meinungen oft nur einseitig reproduziert würden. Plurale Meinungsbilder seien wichtig in dieser Kunstform, sonst kriege es „einen populistischen Einschlag“. Wichtig: den Leuten den Spiegel vorhalten. „Was der Hofnarr für den König war, ist der Kabarettist für die Demokratie“, erklärt Engling. 

Auch mit seinem neuen Text werde Engling das wohl tun. Notizen und Themen gebe es bereits en masse, allerdings fehle es aufgrund der steigenden Zahl von Engagements an Zeit.               

:Andrea Lorenz