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Das Weihnachtsmärchen
Bild:fufu
Symbolbild

Gedichtegeschichte. Es ist schon wieder Weihnachtszeit, da scheinen die Märchen nicht weit. Drum möchte ich Euch nun einmal erzählen, vom einsamen Corona-Studi-Leben. 

Es war einmal am Weihnachtstage, ein Studi in nicht ganz so guter Wohnungslage. Nah am Campus, fernab von der Stadt, da mangelt es Studis mal schnell an Kontakt. Vor allem in einem Jahr wie diesem, geprägt von Pandemie und politischen Krisen, von schlechten Witzen und zu viel Influencer, voller Webcam-Shows und Zoom-Semester. Dann fragt man sich wirklich, will ich das grad feiern? Will ich Tannenbaum schmücken und Eierpunsch meiern? Will ich Geschenke einpacken und Geschenkpapier aufreißen? Ja, eigentlich schon aber nur in kleinen, zuvor isolierten Kreisen. „Die Politik ist doch irre, zwei Monate alles zu, doch dann kommt ein Fest, Schwupps ist nichts mehr Tabu?“, die Oma schimpft doll wie an jedem Feste, nur dieses Jahr alleine, ohne die Familienreste. Es wirkt alles traurig und scheint gar nicht sinnig, war man sich sonst nicht zu dieser Zeit besonders innig? 

Man kauft seinen Liebsten die allertollsten Sachen und wenn wer ein Foto schießt, muss man froh lachen. Der Cola-Truck hält vor den eigenen vier Wänden. Für viele soll das Weihnachtsmärchen am besten so enden. Dieses Jahr erscheint uns eher frei von Happy End. Dieses Jahr hätten wir am liebsten alle verpennt. Sankt Martin kam nicht und verschenkte sein letztes Hemd. Nein, dieses Jahr war geprägt von „Guck mal, es brennt.“  

Es war oft so düster, wie gerade die Tage. Doch geht das Zusammensein nur in häuslicher Lage? Ein Studi dort dachte, nein so ist es nicht. Ein Telefon geht, wenn man ins Telefon spricht. Die Oma geht ran und sagt: „Wie schön, dass du mich nicht vergisst“ und Studi antwortet herzlich: „Nein einfach schön, dass es Dich gibt.“

          :Christian Feras Kaddoura