Wissenschaft selbst erleben
Das Ruhrgebiet forscht bei der WissensNacht
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Modell des FAIR-Beschleunigers: Auch das Institut für Experimentalphysik arbeitet daran mit.  Bild: stem
Modell des FAIR-Beschleunigers: Auch das Institut für Experimentalphysik arbeitet daran mit.

Event. Eine Vielzahl von Wissenschaftler*innen stellten vergangenen Freitag ihre Forschungen bei der WissensNacht vor und sprachen ein Publikum in jedem Alter an.

Fünf Stockwerke voller Wissenschaft, Innovationen und Entdeckungen – dazu verwandelte sich am vergangenen Freitag das Blue Square im Zeichen der WissensNacht Ruhr. Dabei stellte der Regionalverband Ruhr bereits zum dritten Mal ein Programm auf die Beine, das an über 250 Stationen und 27 Veranstaltungsorten zahlreiche Experimente, Mitmachaktionen und Informationsstände aus Bereichen wie Physik, Geologie, Astronomie, Kriminologie und vielen weiteren anbot. Die Veranstaltungsorte reichten von der Universität Duisburg-Essen über den Ringlokschuppen in Mülheim, den Wissenschaftspark Gelsenkirchen bis hin zum Dortmunder U. Tatsächlich war das Programm so vollgepackt, dass es unmöglich war, alles zu sehen.

Überwältigende Vielfalt

Die WissensNacht ist ein weiteres Projekt, das sich deutlich im Zeichen des Strukturwandels verortet. „In den vergangenen knapp 60 Jahren hat sich die Region zwischen Duisburg und Dortmund vom Kohle- und Stahlrevier zu einer jungen und dynamischen Wissenschaftsregion gewandelt“, so Dr. Hans Stallmann, Koordinator und Geschäftsführer der Universitätsallianz Ruhr, die ein wichtiger Partner des Festivals war. So verwundert es nicht, dass sich das Programm auch zu großen Teilen an ein junges Publikum richtete – von der Manipulation von Elektronen durch einfache Magnetfelder zu einer kleinen Stadt aus Pappkartons, an der Kinder Stadtplanung lernten. Doch auch für Erwachsene war vieles dabei. Beispielsweise stellte das Institut für Experimentalphysik der RUB ein Modell des FAIR-Beschleunigers, einem Teilchenbeschleuniger, der derzeit in Darmstadt gebaut wird, vor.
An anderer Stelle wurden Möglichkeiten gezeigt, wie die Effekte des Klimawandels, beispielsweise durch Bewälderung und Grünflächen in der Stadt abgemildert werden können. Anhand von Hitzekarten wurde dort außerdem anschaulich gezeigt, welche Auswirkungen der Mensch auf seine Umwelt hat. Besonders deutlich erschien auf diesen Karten beispielsweise das Gebiet des derzeit umkämpften Hambacher Forsts (:bsz 1182), dessen Rodung der vergangenen Jahrzehnte anhand der Hitzekarte deutlich nachzuverfolgen war.

Gelungener Ausgleich

Neben der Informationsflut gab es auch ein Ausgleichsprogramm: In der Rotunde durften Teams von bis zu sechs Personen bei der Streberschlacht gegeneinander antreten. Bei dem Quiz, an dem mehrere Teams teilnahmen, ging es bei entspannter Stimmung im alten Hauptbahnhof darum, Fragen rund um Wissenschaft, Technik und die Arbeitswelt der Zukunft zu beantworten. Was das Quiz von anderen unterschied: Am Ende jeder Runde wurden nicht bloß die richtigen Antworten auf die Fragen gegeben, sondern von drei Wissenschaftler*innen noch mit Witz und Fachwissen erklärt. Eine Frage: In welchem Alter erreicht ein Mensch den Zenit seiner körperlichen Leistungsfähigkeit? Kurz nach dem dreißigsten Lebensjahr. Ab dann geht es pro Jahr um 1 bis 1,5 Prozent hinab. Aber bis dahin bleibt noch genug Zeit, so viel Wissenschaft wie möglich zu erleben.             

         :Stefan Moll
 

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