Ohren auf!
Campus RuhrComer 2020 – Online-Edition
Screenshot:fufu
The Honeyclub hauen auf`n Putz – Sexy Rock’n’Roll!

Digitale Livemusik. Die Vorrunden standen an und vergangenen Montag wurden die Acts für das Finale bekanntgegeben. Wir berichten von der Vorrunde.  

Für alle die beim RUB Sommerfest 2020 die lokalen Bands vermisst haben (:bsz 1254), gibt es ja immer noch den Campus RuhrComer. Der Wettbewerb für studentische Bands des Ruhrgebiets lässt akademische Rampensäue die Bühne abreißen. Generell ist jedes Genre zugelassen, dieses Jahr wurde es jedoch vor allem Rock-lastig. Oder sollte ich sagen Rock, heavy? Chords dreschen bis zum geht nicht mehr, hieß es zumindest am Freitag und Samstag des vergangenen Wochenendes zu den beiden Vorrunden des CRC 2020. Dafür wurden vor einigen Wochen die Auftritte der insgesamt acht Bands in der Trompete in Bochum aufgezeichnet, damit die Konzerte unter der Einhaltung der allgemeinen Hygiene und Abstandregeln garantiert werden konnten. Mit Moderation, Behind-The-Stream-Einblicken, Gesprächen mit den Bands an der Bar und insgesamt knapp vier Stunden Laufzeit, kam bei dem CRC 2020 wirklich nichts zu kurz. 

Vier Bands pro Runde traten auf. In Vorrunde eins am 25. Juni, wurden die Auftritte von The Buggs, The Exports, Threepwood ´N Strings und The Muted Fox erstmalig im Stream ausgestrahlt und bei Vorrunde Zwei am 26. Juni standen Bring Your Own Beer, The Honeyclub, The Bunberries und Rivers Between Us auf der Bühne der Trompete in Bochum. Besonders überzeugte beim streamen daheim der satte Sound der Aufzeichnung und generell zeugte das Streaming-Konzert von großer Professionalität. Da könnte sich so manch Streaming-Format noch ein paar Dinge abgucken! Die Konzerte machten jedenfalls auch Zuhause großen Spaß. Laptop aufklappen, Bluetooth-Box koppeln und ballern. Das funktionierte äußerst gut, denn Bands wie The Honeyclub schienen gänzlich drüber hinweg zu schauen, dass sie in fast leerem Haus standen und zeigten trotzdem mit großer Lässigkeit wie viel Bock Corock’n’Roll machen kann. Wegen Corona und so… Also das Wortspiel. Whatever. Jedenfalls verprügelten die Jungs ordentlich ihre Instrumente und hauten dabei einen catchy Song nach dem anderen raus. Dabei taten sie ihren Teil, den Zuschauer:innen zu beweisen, dass Rock’n’Roll lange noch nicht ausgestorben ist. „Rock’n’Roll kennt keine Grenzen“, sagt Honeyclub Gitarrist und Sänger Lukas Schwermann ganz selbstverständlich dazu.  

Bei der Band Rivers Between Us, fühlte man sich dann schon eher im Bereich des Post-Punk und Indie-Alternativ. Irgendwo zwischen Alexisonfire (eher in deren ruhigeren Passagen) und We Were Promised Jetpacks finden die Jungs ihren Sound. Die vier Bands pro Vorrunde standen jeweils knapp 30 Minuten auf der Bühne und anschließend hieß es dann direkt von der Bühne an die Bar. Zum netten Plausch zwischen den Bands und Moderator Marius Houben auf ein Bier (oder auch nicht). Pünktlich zur Veröffentlichung des Streams konnte man dann pro Vorrunde jeweils zwei Stimmen für seine Favoriten abgeben. In Kombination mit dem Voting einer Fachjury und dem Voting des Publikums, wurde vergangenen Montag darüber entschieden wer ins Finale ziehen sollte. Die vier Finalbands könnt Ihr dann noch einmal bei Bochum Total abfeiern, leider dieses Jahr ebenfalls nur im Stream! 

Seit über 20 Jahren wird das Campus RuhrComer von boskop, dem Akafö-Kulturbüro organisiert, früher jedoch noch unter dem Namen Newcomer Bochum. Da inzwischen jedoch Bands aus dem gesamten Ruhrgebiet beteiligt sind, wurde der Name angepasst. Den Gewinner:innen des RuhrComer steht die Chance zu, bei Bochum Total aufzutreten sowie in den Genuss anderer Auftrittsmöglichkeiten und Specials wie Merchandise-Pakete oder Recording-Möglichkeiten zu kommen.

Nachtrag. Die Finalisten des diesjährigen Campus RuhrComer sind: Rivers between us, The Buggs, The Honeyclub und Threepwood N Strings.  

Im Laufe des vergangenen Montags wurden schlussendlich die vier Bands für das Finale bekanntgegeben, die Ihr bei Bochum Total am 16. Juli erneut im Livestream sehen könnt. Wir haben nach der Bekanntgabe noch ein schnelles Statement des Musikers Lukas Schwermann, der schon bald besser unter seinem Bluesnamen „G.Lou“ bekannt sein wird, von der Band The Honeyclub, bekommen.   

Er hat uns die Erfahrungen des CRC 2020 ohne Publikum beschrieben: „Ich freue mich sehr darüber mitteilen zu können, dass wir die Bestätigung bekommen haben ins Finale vorgerückt zu sein und bin somit in Hochlaune Auskunft zu geben, wie das für uns war. Es ist natürlich eine spezielle Situation ohne Publikum, aber es hat gezeigt, dass Rock’n’Roll Grenzen überwindet und für die Menschen da ist. Und dass, wenn es eben anders nicht möglich ist, wir unseren Weg finden. Joar. Nö, aber war echt schön! Vorort war alles gut, drum herum war es ein bisschen holperig. Aber das hat uns auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Es ist irgendwie sogar entspannter ohne Publikum. Man muss sich halt nur auf zwei Zuschauer:innen, sprich auf die beiden Kameras konzentrieren, und nicht auf das ganze Publikum. Es fehlt natürlich die Energie, aber die muss man halt aus der Musik ziehen. Und wenn die Musik Spaß macht zu spielen, dann kommt das irgendwie auch von alleine. So ging’s uns da auf jeden Fall. Die Essenz bleibt Rock’n’Roll never dies, weißte?“ Weiß ich, man!  

Wir sind ganz klar zum Headbangen und Luftgitarre spielen bereit und freuen uns auf jeden Fall schon sehr auf die Übertragung von The Honeyclub, The Buggs, Threepwood N Strings und Rivers betweeen us, vom Finale in der Rotunde Bochum. 

:Christian Feras Kaddoura