Klimaforschung
Beton brennt bald wieder
Bild: WebGIS; Screenshot: stem
Versiegelte Flächen in Nordrhein-Westfalen: Seit 1970 ist die Menge der Areale, die zu mindestens 40 Prozent versiegelt sind um 30 Prozent gestiegen.

Geografie. Eine Visualisierung des Geografischen Instituts und des Wissenschaftsladens Bonn zeigt, wie Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahrzehnten zugepflastert wurde.

Versiegelung – so nennt man die zunehmende Bedeckung von Boden beispielsweise durch Gebäude, Asphalt, Erdverdichtungen oder auch Rohre, wodurch natürliche Wasserablaufsysteme nicht mehr wirken können. Zunehmende Versiegelungen erzeugen eine Reihe von Problemen für Städte und das Aufhalten des Klimawandels: Zum einen ist weniger Vegetation vorhanden, die Treibhausgase aus der Luft entfernt, zum anderen entstehen durch versiegelte Flächen Hitzeinseln, da Wärme nicht in den Boden absorbiert werden kann, sondern beispielsweise von Asphalt gespeichert und abgestrahlt wird. Doch auch auf den Grundwasserspiegel und die Gefahr von Hochwasser wirkt sich Versiegelung aus. In Nordrhein-Westfalen sind die stark versiegelten Flächen in den vergangenen 50 Jahren um ein Drittel gestiegen, wie nun aus Analysen des Projekts Klimnet des Geografischen Institut der RUB und des Wissenschaftsladen Bonn ersichtlich ist. Dies war ihnen durch die Untersuchung von Satellitenbildern möglich. Das Projekt, das bin Ende Juni lief, wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Die Ergebnisse der Arbeit sind nun für alle Interessierten in einem kostenlosen Web-Kartentool ersichtlich. In dem Web-GIS (Geografisches Informationssystem) kann man mithilfe von thematischen Karten beispielsweise sehen, welche Orte wie weit von Grün- , Wald- oder Wasserflächen entfernt sind oder welche lokalen Klimazonen es gibt. Außerdem ist eine Maske zur Modellierung der urbanen Flächen bis 2030 wählbar und es gibt die Möglichkeit, eigene Karten zu exportieren. Diese Funktionen sind größtenteils für die Städte Bochum, Gelsenkirchen und Bonn möglich. „Besonders interessant ist es zu sehen, in welche Flächen sich unter anderem Wald- und Grünflächen verändert haben und wie die Entwicklung in Wohn- und Stadtgebieten verlaufen ist“, erklärt Prof. Andreas Rienow, Leiter des Projekts.

:Stefan Moll

Die Wissenschaftler:innen regen zum Mitmachen an. Denn um den Klimawandel zu dokumentieren, können sich Nutzer:innen am Crowdmapping beteiligen und gute Beispiele, Orte für Handlungsbedarf und Anpassungsideen auf der Karte eintragen und damit dazu beitragen, zu zeigen, wo sich der Klimawandel am stärksten auswirkt. Das Crowdmapping ist für die Städte Bochum, Gelsenkirchen und Bonn möglich.

Ihr findet das Crowdmapping unter tinyurl.com/KlimakarteNRW

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