FSJ-Projekt als Protestakt
Augen auf in der Gesellschaft
Foto-Quelle: Boskop Kulturbüro
Ob Boden oder Litfaßsäule: Innerhalb von vier Stunden war der Campus voller Messages. Foto-Quelle: Boskop Kulturbüro
Ob Boden oder Litfaßsäule: Innerhalb von vier Stunden war der Campus voller Messages.

Protest. Wenn Boskop auf Streetart trifft: Vergangene Woche machten Plakate auf dem Campus, erstellt im Rahmen eines FSJ-Projektes, auf Gesellschaftskritik aufmerksam.

„Gehorche. Konsumiere. Schlaf weiter“ oder „Lieber solidarisch als solide arisch“: Mit klaren Ansagen auf Plakaten, überall auf dem Campus, wurden Studierende vergangene Woche mit gesellschaftskritischen Inhalten konfrontiert. Initiatorin der Aktion „First World Protest“ war Aylin vom Kulturbüro Boskop, die dort Ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert. In Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden von „Dies Irae“ gestaltete sie den Protestakt. Ziel sei es gewesen mithilfe einer minimalen Protestkunst „auf Inhalte aufmerksam zu machen“ und die Menschen mit Themen wie Antikapitalismus, Massentierhaltung oder Rassismus zu konfrontieren – und Gedankenanstöße zu liefern. 

Platz für Kritik

Die am frühen Morgen des 26. Juni auf dem Campus gepflasterten Plakate sollten eine Auseinandersetzung mit dem „normalen Leben, was jeder in Deutschland, also in der ersten Welt“ provozieren. Gleichzeitig versichert Aylin, dass sie dadurch keinen totalen Lebenswandel bei den Rezipierenden anstoßen möchte, sondern nur eine kritische Reflexion der Dinge. Die Idee und Inspiration für die Plakate erhielt Aylin auch vom Kunstkollektiv „Dies Irae“. Diese wiederum fanden „die Idee „firstworldproblems“ super“.  Die Gruppe ist mit ihrer Umgestaltung von Außenwerbung im öffentlichen Raum bekannt und ist bundesweit aktiv. „First World Problems“ sagen sie sich selbst häufig, wenn sie sich über Dinge im Leben ärgern, „die eigentlich gar nicht so wild“ seien. 

Positives Feedback

Eine Reaktion zu provozieren, war ein Ziel von Aylin. Ein zu großen Teilen positives Feedback erreichte sie über soziale Medien wie Facebook und Instagram, aber auch vor Ort an einem Boskop-Stand, der am 26. und 27. Juni vor der Universitätsbibliothek aufgebaut wurde. So gäbe es viel zu wenig Kritik dieser Art. Viele Menschen wünschten sich allerdings neben dieser auch Lösungsansätze für die in der Aktion angesprochenen Problemfelder. Auf der anderen Seite wurde vor allem die Effektivität angezweifelt: „Sie fragten, warum dieses allgemeine Plakatieren etwas bringen sollte.“

:Andrea Lorenz