Erinnerung an die Studierendenbewegung: Ausstellung über die Gründerstudierenden
Am Anfang war der Protest
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Trotz Protestbewegung: Gechillt wurde auf den Campus-Wiesen auch schon in der Gründungszeit. Foto: WKMüller
Trotz Protestbewegung: Gechillt wurde auf den Campus-Wiesen auch schon in der Gründungszeit.

Nachdem die Ausstellung „Wir Gründerstudenten“ im Bürgersaal des Unicenters letzte Woche zu Ende ging, folgt nun ein Internetauftritt. Mit der Resonanz sind die Veranstalter um den ehemaligen AStA-Vorsitzenden Roland Ermrich und den Autor Dr. Willi Bredemeier zufrieden. Allerdings kritisieren sie, dass die Ruhr-Uni das Projekt nicht offiziell unterstützt hat.

Studentische Politik und Kultur wird aktuell in die Ecke gedrängt. Wie es anders gehen kann, zeigte dagegen die Ausstellung „Wir Gründerstudenten. Die ersten Jahre der Ruhr-Universität aus studentischer Sicht.“ Denn der Fokus des Projekts lag vor allem auf der politisch hochbrisanten Zeit Ende der 60er Jahre, wie Autor und Verleger Willi Bredemeier, der die Ausstellung mit organisierte, gegenüber der :bsz erläutert: „Für mich war die Studentenrevolte eine geistige Befreiung, die ein neues Denken in einem bis dahin zutiefst autoritären Land ermöglichte. Ab sofort sollte über die Richtigkeit eines Zusammenhanges nicht mehr qua Position, sondern mit Argumenten entschieden werden.“

50 Jahre RUB: Kein Platz für Studierendenbewegung?

Enttäuscht zeigt er sich dagegen über die mangelnde offizielle Unterstützung der Ausstellung von Seiten der Ruhr-Uni: „Ich habe an diesen Gesprächen nicht selbst teilgenommen, weiß aber, dass der Initiator unserer Aussstellung, der ehemalige AStA-Vorsitzende Roland Ermrich, enttäuscht aus ihnen herauskam. Mein Eindruck ist, dass die RUB auf unsere Kooperationsangebote bürokratisch antwortete, sie also nicht ausdrücklich ablehnte, aber auch nicht reagierte“, so Bredemeier, der das vor allem auch mit Blick auf die Feierlichkeiten rund ums 50-jährige Jubiläum der RUB kritisch sieht.

„Aber wenn die Perspektive der Studierenden in den öffentlichen Feierlichkeiten praktisch kaum vorkommt, scheint mir die RUB vergessen zu haben, dass sie eine Dienstleistungsorganisation für Studierende ist und die Studenten aus funktionaler Sicht ihre Arbeitgeber. Die Studentenrevolte war das wichtigste kulturelle Ereignis der Nachkriegszeit, das die Köpfe einer Generation und unsere Republik nachhaltig geprägt hat. Die Bochumer Studenten standen damals an vorderster Front. Dass die RUB das in ihren Feierlichkeiten außen vorgelassen hat, sehe ich als Geschichtsvergessenheit an“, fügt er hinzu.

Ab sofort wird die Ausstellung nun auch präsentiert unter: www.wirgruenderstudenten.de

:Benjamin Trilling