Celso Piña brachte Klänge aus Mexiko ans Rheinufer
Akkordeon-Rebell verzaubert Düsseldorf
Quelle: flickr.com; Montecruz Foto (CC-BY-SA-2.0)
Fiesta Mexikaner: Gute Stimmung trotz Platzmangels. Quelle: flickr.com; Montecruz Foto (CC-BY-SA-2.0)
Fiesta Mexikaner: Gute Stimmung trotz Platzmangels.

Vergangenen Donnerstag, den 29. Mai, veranstaltete das KIT Café, welches sich direkt am Rheinufer in Düsseldorf befindet, ein mexikanisches Konzert. Zu Gast war niemand Geringeres als Celso Piña, der das trübe Wetter mit seinen lateinamerikanischen Klängen wegspielte. 

Das KIT Café ist kein großer Veranstaltungsort, wahrscheinlich haben die OrganisatorInnen gar nicht mit so vielen BesucherInnen gerechnet, denn zunächst sollte das Konzert 15 Euro kosten, falls man im Café sitzen mochte. Doch nachdem das Konzert dreißig Minuten im Gange war, wurden alle herzlich kostenlos rein gelassen.

Einige der BesucherInnen beschwerten sich über die mangelnden Sichtverhältnisse, denn wer nicht direkt vor der Bühne stand, konnte die Band auch nicht sehen. Anderen hingegen war die Sicht völlig egal; denn was zählte, war die Musik. Ob man nun drinnen oder draußen stand, man verschwand in der eigenen Phantasie an einen mexikanischen Strand.

El Rebelde del acordeón

Celso Piña ist am 6. April 1953 in Monterrey in Mexiko geboren, er begann schon sehr früh seine Laufbahn als Musiker, damals noch mit seinen Brüdern Eduardo, Rubén und Enrique. Zusammen spielten sie regionale Musik in ihrer Nachbarschaft, laut eigener Aussage insbesondere für die Mädchen. In den 80er Jahren kaufte Piña sein erstes Akkordeon und übte die Musikrichtung der Cumbia. Schließlich entschloss er sich, ein ganz anderes Genre zu bedienen und schaffte einen Mix aus Ska, Reggae, Rap sowie Hip-Hop und verschmolz diesen mit lateinamerikanischen Klängen.

Er selbst hat nie eine Musikausbildung genossen und brachte sich das Akkordeonspielen selbst bei. Mit seinen 61 Jahren wird der Sänger mit markanten Augenbrauen und Schnurrbart immer noch als Rebell am Akkordeon gefeiert und schafft mit seiner Musik eine lateinamerikanische Atmosphäre selbst im dauerregnerischen NRW.

„Los que vienen de México?“

Matteo, Erasmusstudent aus Italien, mit besseren Spanisch-Kenntnissen als den meinen, übersetzte mir die Rufe des mexikanischen Sängers. Einer davon war: „Los que vienen de México?” – kommt hier jemand aus Mexiko? Ein anderer: „De qué ciudad?” – aus welcher Stadt? Die meisten der Besucher antworteten laut und so entstand der Eindruck, dass bestimmt aus ganz NRW MexikanerInnen in die Landeshauptstadt gefahren sind, um mit Piña zusammen zu feiern.

Ein gelungenes Konzert, jedoch zu überfüllt. Das KIT Café sollte sich vielleicht überlegen, ihre Veranstaltungen etwas anders zu planen, denn einige wären gerne länger geblieben, wenn sich nicht immer mehr Menschen reingezwängt hätten.