Der digitale OP
3D und Augmented Reality im OP-Saal
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Medizinische Eingriffe über Video nachverfolgen: Medizinstudis stehen ab Ende 2021 neue Möglichkeiten zur Verfügung.

Medizin. Mithilfe eines neuen Projekts können Medizinstudierende Operationen bald digital erleben.

Bald können Medizinstudierende Operationssäle zur Praxisvermittlung auch digital besuchen. Denn mit dem Projekt „Digital-Modular-Learning-In-Surgery“ (DMLIS) unter der Leitung von Dr. Sebastian Brinkmann und Prof. Dr. Dirk Bausch vom Marien Hospital Herne stehen den Studierenden voraussichtlich ab Ende 2021 digitale Operationsvideos zur Verfügung, die dank 3D- und Augmentented Reality einen genauen Einblick in die OPs geben können. Das hat gleich mehrere Vorteile, erklärt Projektleiter Brinkmann: „In einem virtuellen Operationssaal können die Studierenden jederzeit und überall dabei sein und genau sehen, was passiert.“ Dies hat auch in nicht-pandemischen Zeiten viele Pluspunkte. „Studierende kommen in die Uniklinik und erleben vielleicht mehrfach dieselbe Operation. Je nach Anzahl der Studierenden und der Art der Operation ist auch die Sicht am OP-Tisch begrenzt. So sind die Lerninhalte nicht für alle Studierenden gleich“, erklärt Brinkmann. Die digitalen Operationen können deshalb helfen, den chirurgischen Lehrprozess zu standardisieren und allen Studierenden gleichermaßen zugänglich zu machen.

Das Projekt wird dann schon bald Studierenden aus dem fünften, siebten und neunten Fachsemester zur Verfügung stehen. Die Videos sind dann sowohl live verfügbar, können aber auch als Videos betrachtet werden. Dank der 3D- und Augmented-Reality-Unterstützung erhalten die Studierenden einen genaueren Einblick als es andere Lehrmethoden leisten könnten. „Sie können sich beispielsweise nur die Blutgefäße anzeigen lassen und mehrdimensional im Raum erleben“, so Brinkmann. Auch sei die Unterstützung durch digitale Methoden ein bereits wichtiger Bestandteil medizinischer Eingriffe. Beispielsweise stellt die Klinik in Herne schon jetzt drei Roboter zur Unterstützung bei Operationen bereit. Dass die Studierenden sich mit dieser zunehmenden Digitalisierung bereits früh beschäftigen, sei daher eine essentielle Komponente der medizinischen Ausbildung, die in Zeiten von Personalmangel und der Covid-19-Pandemie nur noch deutlicher wird.

:Stefan Moll

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