Nach Benefizkonzert für Tischtennisspieler mit Behinderung hat der IbS einen Scheck überreicht
1.500 Euro näher an den Paralympics
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Freuen sich über die gemeinsame Spendenaktion: (von links) Hauke Hoth, Laura-Monica Oprea, Matthias Brüggemann und Valentin Baus. Foto: joop
Freuen sich über die gemeinsame Spendenaktion: (von links) Hauke Hoth, Laura-Monica Oprea, Matthias Brüggemann und Valentin Baus.

Er leidet an der sogenannten Glasknochenkrankheit. Seit seinem 13. Lebensjahr sitzt Valentin Baus im Rollstuhl – was ihn nicht vom Sport abhält. Im Gegenteil: Beim Tischtennis ist der deutsche Nationalspieler richtig gut. Damit seine geplante Teilnahme an den Paralympics in Rio de Janeiro 2016 nicht am Mammon scheitert, initiierte der Interessenverband behinderter und nicht behinderter Studierender an Bochumer Hochschulen (IbS) ein Benefizkonzert mit Mambo Kurt und den Metal-Bands Dead Memory sowie Tyranuke (die :bsz berichtete). In der vergangenen Woche hat der IbS einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro an den Tischtennisspieler überreichen können.

„Die Politik suggeriert, dass Deutschland inklusiv wird. Die Wahrheit ist jedoch: Man muss für fast jede ‚inklusive Aktion‘ sein eigenes Geld mitbringen“, hieß es in einer Pressemitteilung des IbS im Vorfeld der Benefizaktion. So auch im Fall Baus: Um bei internationalen Wettbewerben Rollstuhltischtennis spielen zu können, muss der Sportler mit Behinderung Qualifikationsturniere bestreiten. Die kosten ihn jährlich rund 5.000 Euro.

Das Konzert mit Mambo Kurt wurde von Laura-Monica Oprea und ihrem Kollegen Hauke Hoth (IbS), unterstützt durch den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Ruhr-Uni, organisiert. Aus rechtlichen Gründen konnte der AStA für das Projekt nicht direkt spenden, hat dem IbS aber wo es geht geholfen. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut gelaufen. Wir haben uns gegenseitig ergänzt“, sagt Oprea.

WM in Beijing

Valentin Baus kann das gespendete Geld in Zukunft gut gebrauchen, um zum Beispiel Training und Trainer zu bezahlen, damit er zusammen mit seinen Nationalmannschaftskollegen trainieren kann. Noch bevor es 2016 zu den Paralympics gehen soll, steht im kommenden September die WM in Beijing an. In diesen Monaten startet der Sportler in die intensive Vorbereitung; ab Juni wird er dann jeden Tag trainieren.

Sportliche Erfolge konnte Baus in der Vergangenheit schon einige erzielen: Bei seiner ersten Europameisterschaft 2011 im Kroatischen Spilt wurde er zweimal Vierter, im Einzel und im Team. „Seitdem spiele ich international“, erzählt der begeisterte Tischtennisspieler. Bei den Europameisterschaften 2013 in Lignano, Italien, reichte es schon zu zwei Bronzemedaillen – wieder im Einzel und Doppel. „Mir macht das Spielen im Team etwas mehr Spaß, denn ich verstehe mich gut mit meinem Partner“, erklärt Baus.

Eine realistische Chance

Für die Paralympics könnte er sich nun über die Weltrangliste qualifizieren, Stichtag wäre der 1. Januar 2016. Und die Chancen stehen gut: Bereits ein Platz unter den Top 12 reicht für die Nominierung aus – momentan ist Baus sogar schon sechster der Weltrangliste. Allerdings muss der talentierte Sportler weiterhin kontinuierlich teure Turniere spielen, um diesen Platz auch zu halten. „Ich denke, dass ich eine realistische Chance habe. Ich bin letztes Jahr Europameister im Einzel und Doppel geworden. Ich glaube schon, dass ich um eine Medaille mitspielen kann“, sagt Baus. Das hat viele Studierende angespornt, ihn im Rahmen des Benefizkonzerts zu unterstützen. Dafür möchte sich der IbS bei allen bedanken.