Kreative Teenies verfassen ein Buch in den Ferien
„Schreiben ist mein Leben“
Foto: kac
Verrückt nach Buchstaben: „Schreiben ist toll, da kann ich sämtliche Naturgesetze aufheben“, so Laura. Foto: kac
Verrückt nach Buchstaben: „Schreiben ist toll, da kann ich sämtliche Naturgesetze aufheben“, so Laura.

Im Bochumer Bürgerhaus Hamme haben sich zehn Jugendliche vom 10. bis zum 14. Oktober täglich zum Schreiben versammelt. Die Schreibwerkstatt wurde von vier Studierenden der Ruhr-Universität Bochum geleitet. Die Ergebnisse werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Zehn Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren konnten eine Woche lang mit Sprache(n) spielen und eigene Talente ausfeilen. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Genres kennen und fanden ihren eigenen Stil: Kurzgeschichten, Alltagslyrik und Hip-Hop-Lyrics verfassten die Teenies in nur fünf Tagen.

Geleitet haben den Workshop Theaterwissenschaftsstudentin Sirka Elfert und Komparatistikstudentin Caroline Königs. Beide Leiterinnen, sowie Projektbetreuer Marko Hentschel, der ebenfalls an der RUB studiert, waren vom Engagement und der Kreativität der Kinder begeistert. „Ich bedanke mich sehr für Eure tolle Zusammenarbeit und ich finde es schön, dass ich auch etwas von Euch lernen konnte“, verabschiedete sich Elfert von den Jugendlichen am Freitagnachmittag. 

Ganz in ihrem Element

Die Teenies haben die Zeit zum Schreiben intensiv genutzt, selbst in ihrer Mittagspause haben sie ihre Stifte nicht aus der Hand gelegt. 

Die jüngste Teilnehmerin Alva schreibt gerne in ihrer Freizeit. Sie hat bereits zwei Romane in ihrer Schublade liegen und war am Workshop interessiert, um sich Tipps zu holen, wie sie länger beim Arbeiten durchhalten kann. „Man hat die Zeit hier wirklich zum Schreiben genutzt. Zuhause wird man oft abgelenkt“, stellt Alva fest.

„Ich finde es so schön, dass man sich hier mit anderen übers Schreiben unterhalten kann“, so die 15-jährige Laura. Alle Teilnehmenden finden in den Schulen kaum Gleichgesinnte. „Die Schreibwerkstatt hat mir geholfen, ich möchte jetzt endlich meinen Roman zu Ende schreiben“, erklärt Laura.

Aliou kommt aus Guinea und ist erst seit 19 Monaten in Deutschland: „Früher konnte ich viel schreiben. Schreiben ist mein Leben. Es ist ein neues Land für mich und ich möchte noch so viel lernen.“ Der Austausch in der Schreibwerkstatt gab Aliou einen Kreativitätsschub. 

INFOBOX

Der Workshop ist einer von drei Teilen des Projekts „out of frames“, das von dem Programm „MeinLand – Zeit für Zukunft“ der Türkischen Gemeinde in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ unterstützt wird.
Am 24. November gibt es eine Abschlusspräsentation, der Ort wird noch bekannt gegeben.
Nächstes Jahr können Jugendliche wieder bei „out of frames“-Workshops in den Ferien besuchen. Zu der Schreibwerkstatt gehört noch ein Video- und Fotokurs. 

:Katharina Cygan