Kaiser Franz gewinnt Rio-Reiser-Songpreis
„Fuck You, Oberflächlichkeit!“
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Eine Auszeichnung, die motiviert: „Kaiser“ Franz Ahl (links) und Bassist Stefan Werni wollen zukünftig mit vier weiteren Musikern Stücke zwischen Kommerz und Kritik schreiben. Foto: mar
Eine Auszeichnung, die motiviert: „Kaiser“ Franz Ahl (links) und Bassist Stefan Werni wollen zukünftig mit vier weiteren Musikern Stücke zwischen Kommerz und Kritik schreiben.

„Es war wie bei den ‚Blues Brothers‘“, erzählt Franz Ahl aus Recklinghausen, dessen Ein-Mann-Projekt Kaiser Franz über Nacht zur Band geworden ist, in seinem Bochumer Proberaum. „Wir hatten einen großen Gig, aber keine Band.“ Eher so nebenbei hat er sich mit einem Lied für den Rio-Reiser-Songpreis beworben – und vor zwei Wochen Bescheid bekommen: Kaiser Franz gewinnt in der Kategorie „Regional“. Am vergangenen Sonntag, dem 20. Todestag Rio Reisers, nahm er den Preis in der Lindenbrauerei in Unna entgegen.

Der Rio-Reiser-Songpreis versteht sich als Förderpreis für Bands und MusikerInnen, die auf Deutsch singen und wurde dieses Jahr zum zweiten Mal verliehen. Der Künstlername Kaiser Franz, der seit Sonntag zu Kaiser Franz und seine Hofkapelle erweitert wurde, habe aber nichts mit Reisers Hit „König von Deutschland“ zu tun, erklärt Franz. „Es ist pure Selbstironie und soll den Leuten vermitteln, sich nicht von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen abschrecken zu lassen“, sagt der Sänger, der auf eine Gehhilfe angewiesen ist. „Der Name ist also ein ‚Fuck You‘ nach draußen, um die Oberflächlichkeit der Leute zu entlarven“, fügt er hinzu.

„Eine Band ist wie eine Matratze“

Der Auftritt bei der Preisverleihung in Unna habe Spaß gemacht, war aber auch „intensiv“, so der Sänger. Innerhalb von zwei Wochen musste eine Band zusammengetrommelt werden, da kamen die Kontakte von Bassist Stefan Werni gelegen. Erste Probe war am Sonntag um 10 Uhr, der Auftritt in Unna um 17 Uhr. Unglaublich, dass das geklappt hat. „Eine Band ist für den Sänger wie eine Matratze: Du musst dich fallen lassen können oder du legst dich auf ein Nagelbrett.“

Die Spontanmatratze hat sich bewährt:  Als nunmehr experimentierfreudige Band statt als Soloprojekt sollen in den nächsten Monaten mindestens zehn neue Songs entstehen. Bis dahin ist Franz mit Akustikkonzerten im und ums Ruhrgebiet zu sehen.

Mehr Informationen findet Ihr auf der Facebookseite von Kaiser Franz.

:Marek Firlej

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