Theater
Polyluces drängen auf die Studiobühne der RUB am 18. und 19. Januar
 „Hast Du Dich nicht auch schon immer gefragt, welches Geschlecht ein Overheadprojektor hat, oder was sie machen, wenn niemand dabei ist?“, fragt Caroline Königs. Foto: kac

Am Wochenende, dem 18. und 19. Januar, führt die Theatergruppe Spielwut im Musischen Zentrum das Stück „Sinn und Unsinn – Die homoerotischen Polyluces – Ein ultradramatisches Theaterstück über das ‚Leben in 11 Bildern‘“ von Caroline Königs auf.

Was sind Polyluces, bzw. was ist ein Polylux? Menschen, die im Osten Deutschlands aufgewachsen sind, können diese Frage noch heute sicher beantworten. Hier im Ruhrgebiet tun wir uns dagegen etwas schwerer damit. Es sind die langsam in Vergessenheit geratenen Tageslichtschreiber oder Overheadprojektoren, die diese Woche neu ins Leben gerufen werden sollen.

„[FI‘LO:TAS]“ nach Lessing feierte Premiere in den Bochumer Kammerspielen
Ein Stuhl als einzige Requisite: Minimalistisches Theater mit großer Wucht. Foto: Katharina Mraz

Vor zwölf Jahren griffen der Regisseur Roger Vontobel und die Schauspielerin Jana Schulz in ihrer ersten Zusammenarbeit Gotthold Ephraim Lessings Einakter „Philotas“ (1758) auf und mischten das Aufklärungsstück mit der Geschichte des jungen Amerikaners John Walker Lindh, der für Schlagzeilen sorgte, als er im Afghanistankrieg auf den Seiten der Taliban gegen das US-Militär kämpfte. Die Inszenierung „[FI‘LO:TAS]“ des Theater-Duos Vontobel/Schulz wurde gefeiert und mit Preisen ausgezeichnet. Im Rahmen der Lessingtage wurde das Stück wieder am Hamburger Thalia-Theater aufgeführt. Nun gastierte das Duo auch in den Bochumer Kammerspielen.

Ausstellung: „Zwischen Abenteuer und Provokation - Peter Zadek und das Schauspielhaus Bochum“
Arbeite und spiele: Zadeks Schreibtisch. Foto: as

IntendantInnen-Namen  prägen sich meist kaum in die kollektive Erinnerung einer Stadt ein. Nicht so bei Peter Zadek und Bochum. Als der damals 46-Jährige 1972 den IntendantInnen-Posten antrat, schmiss er erst einmal alles um, holte das Theater in die Stadt und verbannte den angestaubten Mief. Ein Stück Stadt- und Theatergeschichte, das jetzt in einer vielschichtigen Ausstellung im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zu sehen ist.

Uraufführung im Grillo-Theater: „Die neuen Abenteuer des Don Quijote“
Der Wahnsinn der Welt steht ihm ins Gesicht geschrieben: Don Quijote, der Ritter von der traurigen Gestalt (gespielt von Silvia Weiskopf). Foto: Birgit Hupfeld

Im Essener Grillo-Theater läuft derzeit eine Inszenierung des französischen Regisseurs Jean-Claude Berutti. Inszeniert wird der Roman „Die neuen Abenteuer des Don Quijote“ von Tariq Ali: Ein weiteres Mal reiten Don Quijote und sein treuer Diener Sancho Pansa mit erhobenem Schwert und glänzender Rüstung durch die Welt, um diese vor sich selbst zu bewahren. Anstatt gegen Windmühlen anzutreten, müssen die beiden sich jedoch dieses Mal ritterlich mit den Ausgeburten der globalisierten Welt auseinandersetzen: Sie ziehen in die Schlacht gegen Krieg, Unterdrückung und Kapitalismus. Hätten Don Quijote und Sancho Pansa mit ihrem unerschütterlichen Optimismus heutzutage überhaupt noch eine Chance?

Inszenierung von „Der Prozess“ im Grillo-Theater
Abstrakte Bedrohung im Grillo-Theater: Riesen aus Luft machen Josef K. zu schaffen. Foto: Martin Kaufhold

Lautstarke Emotionen, surreale Bühnenelemente und unausweichliche Denkanstöße: Im Grillo-Theater in Essen wird momentan „Der Prozess“ von Franz Kafka aufgeführt. In Szene gesetzt wurde der Roman vom freischaffenden Regisseur Moritz Peters.

Mit dem Semester begann die Spielzeit der Studiobühne des MZ
Tragen doch nicht etwa das Theater zu Grabe? VertreterInnen der einzelnen Ensembles vor und hinter der Kulisse zu „Zombies – Es leben die Toten!“ Foto: mar

17 Veranstaltungen mit insgesamt 19 Aufführungen, neun Premieren, davon drei von ganz neuen Ensembles, insgesamt 300 Personen auf der Bühne; ganz frische, eigene Produktionen und unbekannte Klassiker; der erste RUB-ImproCup – so präsentiert sich das Programm der Studiobühne des Musischen Zentrums (MZ) im Wintersemester 2013/14. Viel Unterhaltung für wenig Geld. Wir stellen kurz vor, was der wuchtige Klotz an der Unibrücke in den nächsten Monaten für Euch bereit hält.

Das Kollektiv „machina eX“ begeistert mit intermedialer Kunst
Im Rausch der Märkte: Die DarstellerInnen von „Hedge Knights“ in Aktion. Foto: machina eX

Ein Computerspiel ist ein Computerspiel, und ein Theaterstück ist ein Theaterstück. Dass diese auf den ersten Blick recht banale Aussage nicht immer stimmen muss, beweist die Gruppe machina eX. Mit ihrem Stück „Hedge Knights“ gastierten die jungen KünstlerInnen im Dortmunder Unionviertel. Die Ankündigung sprach kryptisch von einer „Performance zum Mitmachen“, die mit „Mitteln des Theaters, des Computerspiels und der (Medien-)Kunstinstallation“ in ein „Live-Adventure-Game“ münden sollte. Wir hatten keine Ahnung, was nach dieser Überfrachtung an popkulturellen Reizworten zu erwarten war. Darum hat sich die :bsz das Spektakel einmal angesehen und mitgestaltet – und wurde positiv überrascht. 

Zombies stürmen am 13. und 14. Juli den Campus
Kampf auf Leben und Untod: Wird sich Alena Jorkowski der Zombiebrut (Caroline Königs) erwehren können? - Foto: mar

Sie werden kommen, jeder weiß es. Die einen nehmen bauliche Maßnahmen vor, um auf ihren Ansturm vorbereitet zu sein, die anderen nehmen noch einmal alles im Leben mit, bevor das Ende naht. Wieder andere sind erstarrt in Furcht und wissen einfach nicht, was sie tun sollen und fügen sich deshalb in ihr Schicksal. Doch alle sind sich sicher, dass der Tag kommen wird, in der nicht nur die Ruhr-Uni überrollt wird von dem Heer träge schlurfender Massen mit dem Verlangen nach immer mehr Hirn: Es naht die Zombie-Apokalypse des doppelten Abiturjahrgangs.

Studentisches Debüt „Absurde Beziehungen“ feiert am 22. Juni Premiere
Beziehungsfrust und Spielwut – Theatergruppe zeigt absurde Beziehungen. Foto: Spielwut

Das menschliche Miteinander nimmt manchmal merkwürdige Formen an. Das gleiche kann man über das Theater auch sagen – nicht zuletzt, weil es ja doch immer wieder um das Zwischenmenschliche geht. Die junge studentische Theatergruppe Spielwut zeigt mit ihrer Debütaufführung am 23. und 24. Juni eine Collage von „absurden Beziehungen“.

Das megaFon-Theaterfestival heißt jetzt Zeitzeug_, lässt aber immer noch aufhorchen
Furchtbar abgefahren: Das Leben schmeckt wie ein frittiertes Schwein! Foto: flickr.com / Eugene Wei (CC BY-NC-SA 2.0)

Vor mehr als zehn Jahren begann die Geschichte des studentischen Theaterfestivals megaFon. Damals fand es noch ausschließlich an der Ruhr-Uni statt. Dieses Jahr, vom 12. bis zum 16. Juni erobert es – nach vielen kleinen Schritten in den letzten Jahren – den urbanen Raum der Bochumer Innenstadt. Außerdem ist es internationaler geworden, und auch Theater steht nicht mehr im Vordergrund, sondern junge Kunst in all ihren Formen und Farben. Da passt das diesjährige Motto „Megamorphosen“ ziemlich gut, zumal das Motto des letzten Jahres, Zeitzeug_, die Stelle des Festivalnamens übernommen hat.

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