Facebook-Sucht

Psychologie. Soziale Beziehungen sind für Menschen elementar, um gesellschaftlich erfolgreich zu sein. So kann ein soziales Netzwerk in anstrengenden Situationen hilfreich sein. Wie genau sich
Stress und soziale Unterstützung auf „Facebook Addiction Disorder“ (FAD), also Facebook-Sucht verhält, haben Forscher*innen des Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit an der Ruhr-Universität untersucht.
Dazu berücksichtigten die RUB-Forscher*innen die soziale Unterstützung bei Stress online und offline. Eine Stichprobe von 309 Facebooknutzer*innen im Alter von 18 bis 56 Jahren zeigte, dass bei täglichem Stress eine erhöhte Facebooknutzung und damit eine Tendenz zur Facebook-Sucht festgestellt wurde. Eine Milderung durch soziale Offline-Unterstützung führte nur zu einer kleinen Verringerung der Facebooknutzung. So deuteten die Forscher*innen, dass Personen, die offline wenig Beistand erfahren, ihre Facebooknutzung bei Stress intensivieren. Wenn dann noch eine soziale Online-Unterstützung wahrgenommen wird, erhöht sich die Nutzung von Facebook und die FAD-Tendenz. Personen, die also eine hohe soziale Online-Unterstützung erhalten, stehen tendenziell in der Gefahr von FAD. Bei der Behandlung von Personen, die eine zwanghafte Facebooknutzung aufweisen, weisen die Wissenschaftler*innen darauf hin, dass bei den Maßnahmen gegen FAD dies berücksichtigt werden sollte.
                           

:sat

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