Kolumne

Dass Elizabeth Warrens Vorfahren amerikanische Ureinwohner*innen waren, wurde nie endgültig geklärt. Doch für den orangefarbenen Mann im Weißen Haus genügt Warrens Behauptung, die Demokratin rassistisch als Pocahontas zu beschimpfen. Viel mehr ist man von Trump nicht gewohnt. Dass sich der Präsident der Vereinigten Staaten jedoch öffentlich positiv auf die Deportation an den amerikanischen Ureinwohner*innen bezieht, ist ein neuer, grausamer Tiefpunkt in der bisher nur wenig glorreichen Regierungszeit des Immobilienhais. Als Reaktion auf Warrens Präsidentschaftskandidatur 2020 fiel Mister Trump nichts Besseres ein, als „See you on the campaign TRAIL, Liz!“ zu twittern. Dass sich der senile Rassist auf den Trail of Tears, also die Vertreibung amerikanischer Ureinwohner*innen aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten in Reservate und karge Landschaften bezieht, ist auch ohne Bestätigung durch den Präsidenten sicher. Langsam wird es eng für Trump. Seine labilen Umfragewerte fallen schneller als die US Army am Little Bighorn …             

:juma

Sommer, Sonne, Strand und mehr. Mehr Stoff, mehr Klausuren, mehr Hausarbeiten, mehr Referate … und mehr Räumlichkeiten zum Lernen? Von einigem kann man zwei Mal im Jahr nur träumen, von dem Rest hat man mehr als genug. Die Bib spendet zwar ein Dach, Tische und Stühle, scheinbar verwechseln aber einige Studierende die Lernplätze mit Pool- oder Strandplätzen. Extra früh aufgestanden, fix die Tasche auf ’nen Platz geknallt und dann erstmal gemütlich Käffchen besorgen. Und in den örtlichen Supermarkt wollte man ja auch noch (ohne Frustschokolade kann sich ja niemand konzentrieren). Ach und die Nacht war auch so mies, schnell nochmal ’ne Runde nach Hause ins Bett. Wehe dem*der, der*die Zuhause nicht arbeiten kann, weil er*sie Fachliteratur wirklich braucht.  Alles nur für das Gewissen – und den Social Media Status. Schließlich war man ja acht Stunden in der Bib! Die ersten zwei auf Kaffee-Suche, dann war der Textmarker leer, dann nervt das Personal und bringt statt dem bestellten Sex on the Beach die Ermahnung „Kaffee ist hier nicht erlaubt“. – Ihr kennt das.       

:ken

Allgegenwärtig in unserem Studierendenleben finden wir uns in bürokratischen Wirren wieder. Sei es bei BAföG-Anträgen oder bei der Anmeldung zur Bachelor- oder Master-Prüfung. Wehe dem, der Passierschein A 38 nicht mit sich führt.

Innenminister Herbert Reul ist zufrieden. Ein weiterer Großeinsatz gegen so genannte Clan-Kriminalität hat hunderte Beamte von Polizei und Zoll den Samstagabend gekostet. Aber das ist nichts gegen die enormen Erfolge der Kampagne: Tabak, ein bisschen Marihuana und eine zu voll besetzte Limousine, außerdem einige Waffen.

Zur Weihnachtszeit drehen alle durch – Von wegen besinnliche Adventszeit, überall nur Hektik und merkwürdiges Verhalten. Wie soll man sich sonst erklären, dass Menschen wie von Sinnen auf die Weihnachtsmärkte strömen, auf der Suche nach dem perfekten Geschenk oder wenn man das schon aufgegeben hat, auf der Suche nach Sinne betäubendem Glühwein. Auch an der Uni bricht Weihnachtsstimmung aus. Studierende rollen mit ihren Koffern über wackelige Platten, leihen noch schnell Bücher aus, schmeißen sie wieder weg und flehen die Dozierende nach einer Fristverlängerung an, „es ist schließlich Weihnachten“ und da läuft bekanntlich alles anders. Auf dem Seminarplan steht plötzlich „Kekse essen“ und „Weihnachtsgeschichten lesen“.  Und wenn man dann nach Hause kommt, hört man „Last Christmas“; schließlich muss man in Stimmung kommen. Da schnappe ich mir lieber meinen Rotwein, setze mich gemütlich ans imaginäre Kaminfeuer und warte auf Heiligabend – dann fällt der ganze Stress ab und es herrscht besinnliche Ruhe.         

:mag

„Warum hast Du denn so ein großes Maul?“ „Damit ich Dich besser fressen kann!“ Es war einmal vor langer, langer … vor zwei Wochen, als das kleine Blaumännchen auszog, um die Befestigung seines Dorfes auszubessern.

„Deine Armut kotzt mich an“ – ja, mich auch. Dennoch ist es keine Rechtfertigung, mit den Augen zu rollen. Vor allem, wenn ich in meiner prekären Situation den Sättigungsgrad von Brötchen und Mexico-Stange vergleichen muss.

„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“, urteilen die drei Engel in Goethes Faust über den Protagonisten. Eine Einstellung, die auch aus der Feder des CDU-Vorsitzaspiranten Friedrich Merz stammen könnte.

Die Junge Union (JU) Limburg war in Berlin. Daran ist erst einmal nichts besonders, denn es gehört zur konservativen Kaderschmiede der CDU, das politische Leben in der Hauptstadt zu erkunden. Aber darüber hinaus gilt bei der JU der Grundsatz „50% Politik, 50% Party“, wie der Kreisverband mitteilte. Ob das Singen von Wehrmachtsliedern jetzt zu Party oder Politik zählt, ist man sich in Hessen nicht sicher. Fest steht jedoch, dass man sich keiner Schuld bewusst ist, da an dem Lied, das die Nationalsozialisten beim Einmarsch in fremde Länder gesungen hatten, nichts verwerflich sei. Dass die Junge Union nun im Rampenlicht der Berichterstattung steht, gefällt den Möchtegern-Wehrmachtssänger*innen ganz und gar nicht. Man versteht die Aufregung sowieso nicht, schließlich geschieht in Berlin viel Schlimmeres, beispielsweise Cannabiskonsum. Und eins steht für die JU sowieso fest: Sie sind die Organisation, die am besten feiern kann. Mein Vorschlag an die Junge Union: versucht es beim nächsten Mal in Themar …          

:juma

TÖTÖÖÖ TÖTÖÖÖ! Da simma dabei, dat is‘ primaaaa … Da simma wieder inner schönsten Jahreszeit überhaupt wa? Is‘ dat nich‘ schöööön? Ja, dat is‘ nich‘ schön.

Seiten