Kultur
David gegen Goliath: Kinobetreiber boykottieren Disney
Disneyzilla zerquetscht zitternde CinematographenbesitzerInnen: Der amerikanische Medienriese treibt mit seinen horrenden Forderungen für aktuelle Blockbuster kleinere Betriebe in den Ruin. Illustration: alx/mb

Am Donnerstag startete in den deutschen Filmstätten „The Avengers 2 – Age of Ultron“, der Nachfolger des dritt-lukrativsten Films aller Zeiten, direkt nach Titanic (2.) und Avatar (1.). Doch Disney nutzt die Gunst des Moments, um stillschweigend Preiserhöhungen zu etablieren.

Zwischen Mainstream und Kult-Filmen: Das Sommersemester-Programm des Studienkreis Film
Licht aus, Spot an: Auch der SKF startet ins Sommersemester. Foto: Pascal Günther/skf

Im Zeichen des Kiffens: Darin steht zumindest das traditionelle Double-Feature des Studienkreis Film (SKF) im nächsten Semester. Daneben gibt es jede Menge Sci-Fi-Stoff und so viel Mainstream wie noch nie im Uni-Kino. Gezeigt wird auch der diesjährige Oscar-Gewinner (Bester Film) und eine Komödie im Rahmen einer Kooperation mit dem International Office.

Vier junge Nachwuchsautorinnen lesen im Blue Square
Literarisches Quartett: Die vier jungen Autorinnen präsentierten Bücher aus völlig unterschiedlichen Genres. - Foto: bk

Sie lassen einen Frauenmörder durch die USA ziehen, eine Studentin ihre ehemalige Sandkastenliebe im Seminar wiedertreffen oder an einem geheimnisvollen Elite-Internat magische Dinge geschehen – und sie alle kommen aus der Region: Vier junge Autorinnen lasen am vergangenen Dienstag im Blue Square in der Bochumer Innenstadt aus ihren Romanen vor und gaben dabei völlig unterschiedliche Genres zum Besten.

Role Play Convention 2014: Kommerz und Leidenschaft, analog und digital
Willkommen in der Festung des Wahnsinns: Auf der RPC in Köln per Du mit dem Erzengel Tyrael. Foto : mar

Chewbacca ist ein zwei Meter großer Wookie. Trotzdem lebt er auf dem Planeten Erde mit lauter kleinen Menschen. Ergibt keinen Sinn? Wenn in Köln Wookies auf Ents treffen, mittelalterliche Hellebardiere an der Endzeit teilhaben und Erzengel mit Piraten eine Zigarette rauchen, dann kann es dafür nur eine Erklärung geben: Europas größte Rollenspielmesse, die Role Play Convention, kurz RPC, hat wieder ihre Pforten geöffnet. Am 10. und am 11. Mai strömten über 40.000 Menschen in die Koelnmesse, um zu erleben, was es Neues in gleich Dutzenden von Welten gibt.

AStA und Autonomes AusländerInnen-Referat präsentieren Comedy Clash Vol. II
Das erste Mal beim Comedy Clash im Kulturcafé dabei: Fatih Çevikkollu. Foto:  fatihland.de, Heiko Neumann Public Relations

Am 7. Mai ist es wieder so weit: Der Comedy Clash 2014 im KulturCafé geht in die zweite Runde. Mit multikulturellen Comedy-Sternchen kann wieder gelacht und vor Freude geweint werden. Lachen mit Moderator Benaissa, sowie aus dem letzten Jahr bekannten Gesichtern: Hany Siam, Pu und Enissa Amani und einem zumindest auf der KulturCafé-Bühne neuen Comedian.

Zwölf SlammerInnen spielten beim Campus-Slam mit Worten und Bildern
Noch ahnt ahnt er nichts von seinem Sieg: Tuna Tourette (rechts) spricht mit Moderator Sebastian 23, dazwischen Slamteilneh­merInnen Felicitas und Frederik. Foto: USch

Ein Abend im April. Im gut gefüllten KulturCafé sitzen Studierende zusammen; Stimmengewirr erfüllt die Luft, im Hintergrund läuft leise Musik. Doch die BesucherInnen, die es an diesem Abend des 29. April ins KulturCafé zog, redeten zu Beginn nur, weil sie auf die WortakrobatInnen warteten, die bald die Bühne betreten sollten. Sie wollten den auf der Bühne vorgetragenen Worten lauschen. Worte, die zornig sind, Worte, die berühren wollen oder den/die ZuhörerIn einfach nur zum Lachen bringen sollen. Es war so weit – auf dem Campus fand wieder der semesterliche Poetry Slam statt.

Inklusive Lesung am Dienstag ist für alle da
Schreibt mal garstig, mal heiter, aber immer schön: Schreiberin und Leserin Lea Streisand. Foto: Sascha Bachmann

Inklusion fängt nicht erst bei Rollstuhlrampen an und hört nicht schon bei Inklusions-Schulklassen auf. Ganz dem Gedanken verpflichtet, dass zu einem richtigen Miteinander eben auch das Miteinander-Spaß-Haben gehört, startet die Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender (IbS) mit einer Kooperation mit dem Kulturbüro boSKop ins Sommersemester: Im Rahmen der Reihe [Lit:Lounge] kommen der Autor Jan-Uwe Fitz und die Autorin Lea Streisand am 29. April ins KulturCafé und zeigen, dass Literatur von allen genossen werden kann. Berührungsängste sind da nicht angebracht, Unterhaltung ist für alle da!

Rundlauf Bochum auf Pfingsten verschoben – Generalprobe am 1. bis 3. Mai braucht Hilfe
Schöpfungsakt im Bunker: Das Rundlauf-Festival belebt alte Gebäude neu. Foto: joop

Stimmen sind zu hören, irgendwo aus den Eingeweiden des Hochbunkers an der Haldenstraße, aber woher sie kommen, bleibt zunächst rätselhaft. Erst nach einigem Irren durch verschiedene Räume treffe ich auf das dreiköpfige Aufräumkommando, das einen der Kellerräume für Video- und  Lichtin­stallationen freiräumt. Bühnenelemente, Kisten und Holzpaletten von vorherigen Ausstellungen müssen weggeräumt werden; Bauschutt muss beseitigt und alte Kabel müssen eingesammelt werden. Kulturarbeit ist eben auch Maloche, gerade in Spielstätten wie dem Hochbunker oder der Alufabrik an der Robertstraße, die ebenfalls für das Rundlauf-Festival aufgeräumt wird. Am Samstag hätten sie zu sechst gearbeitet, am Sonntag nur zu dritt, verraten Samira Yildirim und Julia Nitschke vom Organisationsteam. Die Zeit wird knapp, denn am Mittwoch sollen Bauamt und Feuerwehr den Bunker für den Rundlauf ab dem 1. Mai inspizieren. Dabei stand das Festival noch vor wenigen Tagen vor der Absage.

Werksquerschnitt des Avantgarde-Künstlers Kasimir Malewitsch noch bis Juni in Bonn
Zwei Selbstportraits von Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch (1879–1935): links an der Schwelle zum Kubofuturismus, rechts mitten im Suprematismus.

Kreise und Rechtecke, Kreuze und Dreiecke in verschiedenen Farben sind auf einer Leinwand arrangiert: gleich mehrere solcher sogenannten „suprematistischen Kompositionen“ von Kasimir Malewitsch bilden das Herzstück einer Ausstellung, welche die Bonner Bundeskunsthalle dem Avantgarde-Künstler gewidmet hat. Noch bis 22. Juni dauert die Ausstellung, ein Ausflug in die alte Bundeshauptstadt – mit freier Fahrt dank NRW-Ticket – lohnt sich.

Walter-Benjamin-Hörspiel beim SWR 2
Portait an seinem Sterbeort Portbou (Spanien): Walter Benjamin (1892–1940). Foto: Wikimedia Commons, Jordi coll Costa (PD)

Der Erste Weltkrieg erschütterte nicht nur den Fortschrittsoptimismus vieler MarxistInnen. Für Walter Benjamins posthum publizierte Thesen „Über den Begriff der Geschichte“ ist der erste Weltkrieg der anfängliche Erfahrungsraum eines negativen Geschichtsbegriffs, der sich bis in die faschistische Barbarei erstreckt. Als Marxist lanciert Benjamin den Begriff einer negativen Theologie, die, ausgehend von Prämissen jüdischer Tradition, den Geschichtsverlauf als einen Katastrophenprozess beschreibt. Katastrophal ist dieser Verlauf vor allem für die Unterdrückten, weswegen Benjamin einen revolutionären Messianismus artikulierte, auch als Erfahrungsraum für das Eingedenken.

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