StuPa-Wahl: Die zehn Listen und ihre Positionen
Von Campussanierung und Deutschkursfinanzierung
Illustration: mar
Die Wa(h)lwoche ist da! Zeit für die totale Mitbestimmolypse! Illustration: mar
Die Wa(h)lwoche ist da! Zeit für die totale Mitbestimmolypse!

In der letzten Ausgabe haben wir Euch die Positionen der zehn aktuell fürs Studierendenparlament (StuPa) kandidierenden Listen vorgestellt. Zu einem wichtigen Thema herrscht weitgehend Einigkeit: Fast alle Listen lehnen auch nach dem jüngsten Vorstoß der Hochschulrektorenkonferenz, eine Debatte über nach dem Studium zu entrichtende Gebühren loszutreten, jede Form von Studiengebühren weiterhin konsequent ab. Unterschiedlicher sind die Positionen zur kosten- und prestigeträchtigen Campus-Sanierung (C). Noch mehr Anlass zur Kontroverse gibt die Frage, ob und wie Deutschkurse (D) für (angehende) ausländische Studierende wieder voll vom AStA finanziert werden sollten.

(Bisherige Themen in :bsz 1023: Positionen der Listen zu Semesterticket, Anwesenheitspflicht, (Party-)Kultur auf dem Campus. Außerdem: So einfach ist Wählen und die Listen im 140-Zeichen-:bachstelzenfunk.)
 

:Die Redaktion

 

C: Der Campus-Umbau ist richtig und auch wichtig, jedoch müssen die Fakultäten und insbesondere die Bibliotheken einen sehr großen Raumverlust hinnehmen. Auch wird bei Neu- und Umbauten teils zu wenig auf Barrierefreiheit geachtet.
D: Wir denken, dass ausländische Studierende eine kulturelle Bereicherung für den Campus darstellen und halten es daher für sinnvoll, wenn wir als Studierendenschaft einen Beitrag dazu leisten, Zuwander*innen einen Zugang zu einem Studienplatz zu erleichtern, indem wir z.B. die Deutschkurse wieder in größerem Umfang finanzieren.
 
C: Wir fordern einen behindertengerechten Umbau des Campus. Eine Milliarde Euro in die Hand zu nehmen, aber wochenlang einen Aufzug nicht reparieren zu können, ist peinlich. Auch die Fachschaftsräume müssen erhalten bleiben, wenn die Gebäude umgebaut werden.
D: Der AStA sollte die Deutschkurse wieder wie früher finanzieren.

C: Die Sanierung gilt es kritisch zu begleiten – vor allem in Bezug auf studentische Räume und Schadstoffentwicklung.
D: Der amtierende AStA ist untätig! Alternativen zur Finanzierung der Deutschkurse müssen ausgelotet werden und das studentische Beratungsangebot ausgeweitet werden.

C: Wir freuen uns über einen Campus-Umbau, der besonders ökologische Aspekte berücksichtigt. Wir wollen Raum für studentisches Leben und mehr Räume für die studentische Selbstverwaltung.
D: Wir werden in keine Koalition gehen, welche die AStA-Deutschkurse nicht wieder voll finanziert. An unseren Händen soll keine einzige Abschiebung potentieller RUB-Studis kleben! Die Uni soll ein weltoffener Ort bleiben!

C: Für uns kann es noch schneller gehen. Es gibt viele Probleme und das auf dem ganzen Campus und nicht nur in einzelnen Bereichen.
D: Wir stehen für die Deutschkurse und werden diese auch weiter unterstützen.
 C: Die Campussanierung ist ein wichtiger Aspekt, hierbei achten wir sehr auf die Barrierefreiheit auf dem Campus.
D: Neben  unserer  Arbeit  im  AStA stellen  wir  auch  Referent*innen  im  autonomen Ausländer*innen-Referat  (AAR).  Das  AAR  ist  die  erste  Anlaufstelle  für  ausländische Studierende, welche das Studium oder einen Teil ihres Studiums in Deutschland absolvieren möchten. Dort erhalten sie die nötige Beratung und können einen Antrag auf finanzielle Hilfe durch den Hilfsfond stellen, welcher vom AStA gefördert wird. Zudem liegt es uns sehr am Herzen, dass die Deutschkurse weiterhin vom AStA unterstützt werden.

C: Neu gebaute und modernisierte Gebäude müssen sowohl in Bereichen der guten Lernatmosphäre als auch der studentischen Kultur planerisch begleitet und so schnell wie möglich bezogen werden.
D: Wir stehen für eine bunte RUB. Deutschkurse für zukünftige Studierende werden weiterhin in Zusammenarbeit mit einem gemeinnützigen Verein zu den günstigsten Preisen in NRW durchgeführt. Jedoch geht für uns interkulturelles Zusammenleben auf dem Campus weiter als reine Sprachvermittlung.

C: Die Campus-Neugestaltung ist gut; die großen finanziellen Lücken in Forschung und Lehre müssen jedoch unbedingt Vorrang vor eventuellen „Prachtachsen“ haben. Studis dürfen nicht zu kurz kommen, weder bei FSR-Räumen, Lernorten oder  bei  Veranstaltungs- bzw. Party-Locations.
D: Die AStA-Deutschkurse sind wichtig, dennoch hat das Rechnungsprüfungsamt Arnsberg die Zahlung von Geldern an den Trägerverein der Kurse untersagt. Dank der nicht-monetären Förderungen durch den AStA sind  sie dennoch im weiten Umfeld die preisgünstigsten Kurse ihrer Art.
 
C: Wir sehen den Campus-Umbau als einen Prozess, der kritisch begleitet und dabei die Zusatzbelastung für die Studierenden möglichst gering gehalten werden muss.
D: Wir wollen die Ruhr-Universität als offenen, freundlichen Raum für internationale Studierende erhalten. Mit der Kampagne RUB bekennt Farbe und darüber hinaus kämpfen wir gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Auch die Hilfsangebote für ausländische Studierende (u.a. Zusammenarbeit mit interculturas e. V. für die Deutschkurse) sollen natürlich fortgeführt werden!

C: Zentral bei der ursprünglichen Planung der Hochschule war, dass eine Campus-Universität errichtet werden soll, an der alle Fachbereiche angeschlossen sind. Die Realität hat sich davon aber schon längst entfernt und ist mit der Ausgliederung der Vorlesungen im Grundstudium der Rechtswissenschaften letztes Jahr ihren größten Schritt gegangen. Das muss selbstverständlich jetzt wieder zurückgeführt werden.
D: Wir stehen für eine bunte und multikulturelle Ruhr-Universität. Von daher muss auch weiterhin das bestehende Angebot an Deutschkursen zu kostengünstigen Preisen gewährleistet bleiben.
 

 

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