Bäuer*innen üben Kritik an der Politik
Vom Feld auf die Straße
bena
Hier wird ein Zeichen für die Agrarwirtschaft gesetzt: Traktorschau vor dem Kölner Dom. bena
Hier wird ein Zeichen für die Agrarwirtschaft gesetzt: Traktorschau vor dem Kölner Dom.

Streik. In der vergangenen Woche pilgerten die Landwirt*innen mit ihren Traktoren Richtung Hauptstadt, um ein Zeichen zu setzen.

Mehrere Tausend Bauern*Bäuerinnen machten sich am vergangenen Montag Richtung Berlin, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Eng aneinandergereiht parkten die rund 8.600 Traktoren auf dem Boulevard Unter den Linden. Aufgerufen zur Demonstration hatte die Initiative „Land schafft Verbindung“, nachdem die stillen Proteste, an denen sich rund 10.000 Landwirt*innen beteiligten nichts geändert hatten, so heißt es auf „agrarheute“. Wie schon im Oktober, war auch bei dieser Kundgebung, das im September vorgestellte Agarpaket von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner, der Auslöser der Demo. Denn das Paket umfasst Forderungen, wie ein staatliches Tierwohlkennzeichen, Umschichtung der EU-Agrarsubventionen von rund 6 Milliarden Euro sowie der Schutz der Insekten mit dem verbundenen Verbot des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Was auf einer Fridays for Future-Demonstration als noch nicht genug gilt, missfällt den Protestant*innen sehr. Zudem steht eine Verschärfung der Düngeverordnung bevor, da in Regionen mit erhöhter Nutztierhaltung die Nitratwerte im Grundwasser seit Jahren zu hoch sind, was Bußgelder von bis zu 850.000 Euro von der EU-Kommission zur Folge haben kann. Jedoch befürchten die Landwirtschaftler*innen, dass die Pflanzen nicht genügend Nährstoffe bekommen könnten.

Grundsätzlich liegt laut der Initiative der Kern der Problematik aber darin, dass Politiker*innen, die nicht fachkundig sind, über arbeitende Menschen entscheiden. So sei 2017 eine neue Düngeverordnung verabschiedet worden und die Folgen dieser seien noch nicht veröffentlicht. Ebenso will die Bewegung zeigen, dass es mit den geforderten Auflagen nicht mehr möglich sei, zu jetzigen Preisen, die wir im Supermarkt finden, zu produzieren und als Landwirt*in davon zu leben. 

:Abena Appiah