Pfingst-Spektakulum im Schloß Broich lädt zu Zeitreise ein
Mit Met und Mietzen ins Mittelalter
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Eine der Tavernen: Neben Met in verschiedenen Varianten wurde auch Kirschbier feil geboten. Foto: ken
Eine der Tavernen: Neben Met in verschiedenen Varianten wurde auch Kirschbier feil geboten.

Das Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr war um Pfingsten wieder einmal gespickt von jungen Mägden, edlen Damen und tapferen Rittern zu Pferde sowie deren Knappen. Mit Musik und Met wurde hier abermals einer vergangenen Zeit gedacht.

Das edle Schloss Broich bietet MittelalterfreundInnen ein wunderbares Ambiente.  „Seyd gegrüßt, wohlan denn, werte Dame, wie kann ich Euch zu Diensten sein?“  fragt die Magd aus der kleinen Holzbaracke, die man heute wohl Kassenhäuschen nennen würde. Die Wachen an den Eingangstoren zur Burg begutachten meine frisch erworbene Jahreskarte und gewähren mir Einlass. Mit einem freundlichen „Gehabt Euch wohl“ werde ich in den Innenhof entlassen. Überall Hütten aus Holz und Leinen, aus denen alles Mögliche feil geboten wird. Hier gibt es Schmuck, dort Gugeln und Mäntel, Schwerter und Bögen, sogar ganze Plattenrüstungen.

Gauklerei und anderer Schabernack

Auch das Programm ist reichhaltig. Ein Ritterturnier auf der großen Wiese fesselt mit Recken in Rüstung. „Ich schätze ma’ so 25 Kilo“, antwortet ein Ritter, der nur ein Gambeson, Brustpanzer und Armschienen trägt, auf die Frage nach dem zu tragenden Gewicht. Mit Kettenhemd, Beinschutz, Handschuhen und Stiefeln dann etwa  60 Kilo, schätze ich, während er mit seinem Met von dannen zieht. Und das zu Pferde. Mit Lanze. Im Galopp. Auf den anderen Ritter zu. Bis es einen aus dem Sattel hebt. 

Gaumen- und Ohrenschmaus

Auf das Turnier folgt die „Schlacht der Kinder“, bei der der Nachwuchs mit Poolnudeln versucht, an die Schatztruhe zu gelangen. Ich derweil mache mich auf den Weg zu Fabulix, der Märchenerzählerin. Neben Geschichten für Kinderohren erzählt sie zu später Stunde auch „Schweinereien für die Ohren“, wie sie ihre leicht anrüchigen Märchen nennt. Musikalisch wird es dann mit den Bands Die Streuner und Die Thekenspieler, welche für Freude im Ohr sorgen. Während ich mich meinem Eintopf mit dem Holzlöffel widme, bin ich ganz gebannt von den Feuerkünsten der Gauklerin, von Dudelsack- und Pfeifenklängen begleitet.

Am Ende bin ich tatsächlich etwas traurig, als ich in die Realität zurückkehre und in den Bus nach Hause steige.

:Kendra Smielowski