Disney+ debütiert „The Mandalorian“
Mickey Mouse in Space
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Disney +: Gibt es doch noch Hoffnung für die weit entfernte Galaxie? Bild: kiki
Disney +: Gibt es doch noch Hoffnung für die weit entfernte Galaxie?

Rezension. Am 12. November feierte der neue Streaming-Service Disney+ seinen Start in verschiedenen Ländern. Mit diesem Start brachte Disney nun auch Star Wars auf die kleinen Bildschirme mit der Serie „The Mandalorian“.

Die Größe des Medienunternehmens Disney ist für Einige schon fast beunruhigend. Beinahe jede Ecke moderner Popkultur ist im Besitz der fröhlichen Maus und wider Willen stürzen sich Fans auf die Happen vergangener Phänomene, die uns Disney immer und immer wieder für neu verkauft. Nun ein weiteres Mal Star Wars. „The Mandalorian“ gibt uns eine neue Perspektive in das Universum, wo Gut und Böse stets gegeneinander zu kämpfen scheinen und präsentiert uns die Galaxie, weit, weit entfernt, fernab von Rebellen und Imperium. Ein dunkleres Universum findet Platz in der Miniserie. Dass der Versuch Star Wars dunklere Töne zu verleihen auch kläglich scheitern kann, hat die ein oder andere Person vielleicht bei „Solo: A Star Wars Story“ bermerkt, wo Braun-, Blau-, Rot- oder Oliv-Töne den Bildschirm plagten und die dunkle Stimmung mehr durch editing als durch eine tatsächliche Story stattfand. Jetzt aber anders.

Wie in einem Spaghetti-Western, folgt die erste Folge der Serie einem noch unbekannten Protagonisten durch die wüstenähnlichen Planeten auf der Suche nach Kopfgeld. Dabei schweigt dieser die meiste Zeit. Dazu ein mysteriöser Werner Herzog, der einen noch mysteriöseren Auftrag an den noch viel mehr mysteriöseren Mandalorian zu vergeben hat. Alles ganz schön mysteriös eben. Der zuschauenden Person bleibt nichts anderes übrig als zu grübeln, wohin diese Serie sie führen möchte. Die erste Folge zumindest verrät wenig. Fliegende Laserschwerter und süße Roboter fehlen auf jeden Fall. Vielleicht ist das aber auch genau die Erfrischung, die das Universum brauchte. A new Hope oder so ähnlich. Denn Fankonsens scheint zu sein, Star Wars eine neue Ebene geben zu wollen. Die Jahrhunderte Krieg in einer weitentfernten Galaxie müssen doch auch tiefe Wunden entstehen haben lassen. Wer sind die, die für nichts kämpfen außer für sich selbst? Es bleibt nur zu hoffen, dass das kleine Format sich genug Zeit lässt diese Fragen zu beantworten, denn ein*e weiterer Held*in, der*die das Universum rettet, kann kein Mensch mehr gebrauchen. Ganz getreu dem Motto: Fool me once shame on you, fool me twice shame on me.

So gibt uns Disney ein weiteres Mal die Hoffnung, dass Star Wars erwachsen wird, dass sich mehr hinter dem Franchise verbirgt außer Actionfiguren, dass der Kampf zwischen Gut und Böse Spuren hinterlässt. Die erste Folge „The Mandalorian“ wirkt wie ein Trailer für diese Welt. Es ist der erste Einblick, was Star Wars noch so sein könnte. Ein Western. Brutal schön. Dass die Erwartungen hoch sind steht auf jeden Fall fest. Bleibt nur noch abzuwarten, ob diese erfüllt werden oder Disney ein weiteres Mal etwas Gutes unterbricht, in der Hoffnung mehr Profit rausschlagen zu können. Mit der neuen Welt auf dem kleinen Bildschirm scheinen die Zügel zumindest lockerer zu sein, zumindest im Vergleich zum großen. Und so ist dann ein weiteres Mal der kleine Bildschirm zum großen Kino geworden, wo die tiefen unserer weitentfernten Galaxie erforscht werden könnten. Disney+ soll im März 2020 für 6,99 Euro nach Deutschland kommen, ob sich ein weiteres Abo lohnt, wird sich zeigen. Ansonsten muss man wohl Urlaub in den Niederlanden machen, um das herauszufinden. Also: veel plezier!

:Gerit Höller