Sport
Mehr Fußball für alle, oder?
Symbolbild, Bearbeitung: bena
Die Euro2020: Eine Veranstaltung für alle Nationen gemacht und solche, die keine sind. Symbolbild, Bearbeitung: bena
Die Euro2020: Eine Veranstaltung für alle Nationen gemacht und solche, die keine sind.

Kommentar. Die „Euro2020“ findet in zwölf Ländern statt, aber the bigger is nicht always the better, liebe UEFA.

Ja man! 2020 steht vor der Tür und es wird ein sportliches Jahr. Olympische und Paralympische Spiele in Tokio. Leichtathletik EM in Paris. Die gängige Sportarten, die eh laufen: Tour de France, ATP sowie WTA-Tourniere oder das Champions-League-Finale in Istanbul. Als Fußballfan die Kirsche auf der Torte. Aber! Natürlich nicht in einem Jahr, in dem die Europameisterschaft gespielt wird oder neudeutsch „Euro2020“. Thank God, weil es gibt nichts geileres als diese Turniere, auf denen sich ausgelaugte Spieler noch mal overpushen und uns zeigen, wer der Herr auf diesem Kontinent im Fußball ist. Geil! Und weil der ganze Spaß auch ziemlich alt ist und im nächsten Jahr Jubiläum feiert – die Euro wird ganze 60 Jahre – findet die EM nicht in einem, nicht in zwei und auch nicht drei, nein in ganzen zwölf Ländern statt. (Leider nur zwölf, weil die Bürger*innen von Brüssel gegen den Abriss eines Stadions sind) Und trotzdem so sinnig, denn die EU hat ganze 47 Länder, die dazugehören und die UEFA ganze 55. Das sollte aber ja kein großes Problem sein. Vermeintlich. Der Fußball ist ja ein friedliches Spiel, wo sollte da ein Konfliktpotenzial sein? In einer Sportart ohne Rassismus, Homophobie und Gleichstellung von Frauen und Männern. Eben, Fußball hat nichts mit Politik zu tun, oder etwa doch? Denn genau diese acht Länder, die nicht in der EU, aber in der UEFA sind, könnten nun zu einem Verhängnis werden. Was die Macher aber natürlich nicht als Problem sehen, sondern nur umgehen mit der Nations League, Qualifikationstabellen, die niemand versteht und Verbote wie das Aufeinandertreffen von bestimmten Nationen.

So kann die Nationalmannschaft Kosovos nicht gegen Russland, Serbien oder Bosnien und Herzegowina spielen. Aber auch Spanien gegen Gibraltar, Armenien gegen Aserbaidschan und Russland gegen die Ukraine sind aufgrund von politischen Differenzen nicht möglich, zu spielen. Doch was passiert, wenn sich eins dieser Länder in den schon ausgelosten Gruppen trifft? Da fängt das große Rechnen an und nicht nur das. Die Länder, die die UEFA als Staat akzeptiert hat, können also auch nur gegen Länder spielen, die das ebenfalls tun. So würde es zum Problem kommen, wenn sich tatsächlich der Kosovo qualifizieren würde, denn er würde entweder in eine Gruppe kommen, mit einem Land, dass den Kosovo nicht als Staat akzeptiert oder einen politischen Konflikt mit eben diesen hat und deswegen auf einer Verbotsliste steht. Kommt bei Euch nicht auch ein wohliges Gefühl im Magen auf? Ich finde es geil und unsinnig zugleich. Wir sollten einfach mehr verbieten, damit Ordnung und Struktur herrscht. hust Denn all das, was die friedliche UEFA mit der weißen Taube des Sports zu vermeiden versucht, trifft immer wieder an seine Grenzen. Der Fußball bringt keinen Frieden, rettet vor Armut oder spendet Nieren. Es ist Entertainment. Ein Drama, gar ein Trauerspiel. Die milliardenschwere gemeinnützige UEFA sieht das etwas anders. Aber zu welchem Preis? Die Stadien bleiben leer, die Fernsehquoten begeistern auch nicht, aber Hauptsache wir haben von einem korrupten Geldgeber ein bisschen Handgeld bekommen, damit die EM in zwölf Ländern stattfindet. Mit dem Finale in Wembley, dafür haben sogar die Deutschen gestimmt, natürlich nur damit 2024 die Europameisterschaft in Deutschland stattfindet, dafür hat wiederum die englische Delegation gewählt. Klingt logisch, oder? Und so gar nicht „korrupt“, denn das ist eine Vokabel, die gibt es im Frieden bringenden Fußball nicht!

:Abena Appiah