Witz und Tod
Große Worte im Blue Square bei „Krimi trifft Satire“
Symbolbild

Bang Bang! Das Blue Square lädt zum Krimiabend ein. Dass das ganze Spaß machen kann, verrieten uns die Autoren dabei persönlich.

Ob im Ersten oder in den Klassikern: Krimis sind uns alle bekannt. Doch wie kommt man auf die Geschichten, welche uns immer wieder so sehr fesseln? Diese Frage beantworteten uns Uwe Wittenfeld, Arne Dessaul und Klaus Märkert persönlich, während sie ihre Kurzkrimis vorlasen. Nach kurzem Vorstellen der drei Autoren ging es auch schon los. Vor jeder Lesung stellten sie dem jeweiligen  und so wurde Uwe Wittenfeld zuerst mal zu der Rolle von Humor in Krimis befragt. Diese schließe er nicht aus. Die Taten seien zwar nicht witzig, aber der Weg dahin kann ja Spaß machen, so Wittenfeld. Ganz getreu dem Motto, dass der Weg zur Tat Spaß machen kann, fesselte uns Wittenfeld dann mit der Geschichte von Paul. Ein von seiner Familie entnervter Mann, welcher gerne auch mal ein bisschen kriminell wird, um seinem Pleiteleben zu entkommen. Alles verpackt im üblichen Ruhrpott Charme, wo Anzüge einfach keinen Platz haben, so zumindest der Eindruck nach dem Kurzkrimi.
Weiter ging es dann mit Arne Dessaul. Der gebürtige Wolfenbüttler und Wahlbochumer, schreibt gerne über die beiden Städte. Diesmal ein spannendes Aufeinandertreffen zweier notkrimineller Jugendlicher und einer Gruppe von Nazis. Wo hört Zivilcourage auf und wo fängt Mord an? Eine Frage, welche nicht so leicht zu beantworten ist. Dennoch eine Frage, die man sich vielleicht stellen sollte. Interessant ist sie auf jeden Fall. So hing auch das Publikum an Dessauls Lippen, als er seiner Geschichte ihren Lauf ließ.

Mit dem ein oder anderen Augenzwinkern begegnete uns dann auch schon Klaus Märkert. Der DJ und Autor überraschte mit scharfem „Nachthumor“ das Publikum. Er selbst sei mehr an einem biografisch satirischen Ansatz interessiert und weniger an Krimi. Trotz allem spannend. So brachte uns Märkert zum lachen und nachdenken, während er seine Kurzgeschichte vorlaß.

Nach jeder Lesung durfte das Publikum Fragen stellen, um ins Gespräch mit den Autoren zu kommen. Hier und da wollten die Hörer*innen mehr Details. Mehr Kontext. Denn ein Krimi aus der eigenen Stadt verlockt gerne mal den fiktiven Konzern, aus dem Krimiabend, einen echten Namen zu geben. Mehr als ein Augenzwinkern geht da aber leider doch nicht. Der Krimi bleibt eben nur fiktiv.

Die drei Autoren sind übrigens in der Autorengruppe „Wir schreiben Bochum“ vernetzt. Ein Blick in die Bücher der drei lohnt sich auf jeden Fall. Des Weiteren gab es noch ein kleines Quiz, wo die schlausten Antworten Preise erbrachten. Es gab für den ersten Platz ein unterschriebenes Buch nach Wahl zu gewinnen.

So lachte man, dachte nach oder genoss einfach, direkt im Kontakt mit den Autoren zu stehen. Ein interessanter Abend für Literaturliebhaber*innen. Die Reihr „Ruhrliterat im Quadrat“ lädt übrigens noch zu weiteren Veranstaltungen ein. Also keine Sorge: es werden Termine bis 2020 auf der Website des Blue Square.

:Gerit Höller