Zombies stürmen am 13. und 14. Juli den Campus
Die Nacht der studierenden Toten
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Kampf auf Leben und Untod: Wird sich Alena Jorkowski der Zombiebrut (Caroline Königs) erwehren können? - Foto: mar
Kampf auf Leben und Untod: Wird sich Alena Jorkowski der Zombiebrut (Caroline Königs) erwehren können?

Sie werden kommen, jeder weiß es. Die einen nehmen bauliche Maßnahmen vor, um auf ihren Ansturm vorbereitet zu sein, die anderen nehmen noch einmal alles im Leben mit, bevor das Ende naht. Wieder andere sind erstarrt in Furcht und wissen einfach nicht, was sie tun sollen und fügen sich deshalb in ihr Schicksal. Doch alle sind sich sicher, dass der Tag kommen wird, in der nicht nur die Ruhr-Uni überrollt wird von dem Heer träge schlurfender Massen mit dem Verlangen nach immer mehr Hirn: Es naht die Zombie-Apokalypse des doppelten Abiturjahrgangs.

„Zombies sind Monster, in die wir unsere Ängste projizieren“, sagt Kai Bernhardt, Autor und Regisseur des Stückes „Zombies – Es leben die Toten!“, welches am kommenden Wochenende Premiere feiert. Die Angst vor dem Okkulten und schwarzer Magie war es in den frühen Zombiefilmen, die Neunziger erklärten die Zombies zu Infizierten infolge irgendwelcher moralisch höchst fragwürdiger Experimente an Biowaffen und 2013 ist die größte Angst unter den Angestellten und Studierenden der Ruhr-Universität eben die Flut derer, die sich aus ihren Schulgräbern erheben und über U-Bahn und Seminarplätze herfallen.
Allerdings wird, so erfahren wir in dem Stück, an der RUB ohnehin schon seit Jahren an Zombies geforscht. Nicht mit oder über, sondern an. Ob da Dr. Ogen seine Finger im Spiel hat? Von diesen Versuchen handelt eine der drei Kurzgeschichten, aus denen das Stück besteht und durch die uns der legendäre Crypt-Keeper führt, der schon Generationen von Horrorfans auf seine „Geschichten aus der Gruft“ eingestimmt hat.
Shaun of the Walking Resident Living Dead from the Crypt

Natürlich ist die schaurige Gastgebergestalt nicht die einzige Referenz auf die große popkulturelle Welt des untoten Horrors. Zombies sind heutzutage präsent wie noch nie. Sie fallen in sämtlichen Medien über ihre Opfer her und sogar im Bermuda3eck findet sich jeden Abend mehr als einer in den Kneipen. Das Spektrum der Zombiemedien ist vielfältig: „Es gibt lustige Zombiefilme wie ‚Shaun of the Dead‘ und es gibt besonders eklige wie ‚Ein Zombie hing am Glockenseil‘. In der Serie ‚The Walking Dead‘ wiederum geht es um das Zwischenmenschliche“, erklärt der Germanistik- und Medienwissenschaft-Student Bernhardt. „Wir wollten von jedem Element etwas dabei haben.“ So sind die Zombies auf der Bühne vor allem an den Filmklassikern John A. Romeros wie „Night of the Living Dead“ angelehnt, und irgendwo entdeckt man vielleicht auch das weiß-rote Logo der Umbrella Corporation.

Für die Schminke der Zombies zeichnet Helena Amen vernatwortlich, die Erfahrungen mit dem Modellieren von Wunden bereits beim Schminken von Opfern für Rettungseinsatz-Übungen sammeln konnte. Das eklige Ergebnis, mit dem die Schauspielerinnen und Schauspieler nach jeweils bis zu einer halben Stunde aus der Garderobe kommen, kann sich sehen lassen. Für noch mehr Blut auf der Bühne sorgt Birk André Hildebrandt von der Studiobühne. Da wird ausgeweidet und aufgespießt – und getanzt. Bei Michael Jacksons „Thriller“ können eben auch Untote nicht ruhig stehen bleiben. Eine eigene Choreographie haben sie dank Laura Schlegel auch. Insgesamt wirken an dem Stück stolze 26 Studierende der RUB mit, die sich auf einen Aufruf im April hin zusammengefunden haben und gemeinsam zum Wachsen und Werden des Stückes beigetragen haben.

Extraschicht – Die lange Nacht der lebenden Toten

Die Crew ist zuversichtlich, dass ihr Werk gut ankommen wird. Am vergangenen Samstag zur Geisterstunde überfielen die Zombies die Spielorte der ExtraSchicht an der Uni. Eine geschlagene Stunde brauchten die Untoten für den Weg vom Musischen Zentrum bis zum botanischen Garten, auf dem Sie die Gäste in Jubel und Schrecken versetzten. Es gab Angstschreie und begeisterte Rufe zu hören.
Wir haben nun einmal Angst vor den lebenden Toten – und deshalb weiden wir uns daran, wie sie ihre Opfer ausweiden. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich mit „Zombies – Es leben die Toten!“ am 13. und 14. Juli im Musischen Zentrum der RUB um jeweils 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Kartenreservierungen werden allerdings empfohlen und sind unter mz-theater@rub.de verfügbar.

Hat seine Monster im Griff: Regisseur und Autor Kai Bernhardt mit Britta Reichhardt. - Foto: mar
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