Am 1. Mai steht in Bochum der größte Nazi-Aufmarsch seit 2008 an
Breite Gegenproteste gegen geplante NPD-Demo
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Ein paar mehr NPD-AnhängerInnen als an diesem traurigen Stand werden in Bochum erwartet: Verschiedene Organisationen rufen dazu auf, sich ihnen entgegenzustellen. Foto: flickr.com/heartbeaz (CC BY)
Ein paar mehr NPD-AnhängerInnen als an diesem traurigen Stand werden in Bochum erwartet: Verschiedene Organisationen rufen dazu auf, sich ihnen entgegenzustellen.

Die neofaschistische Partei NPD will am 1. Mai durch Bochum marschieren. Erwartet werden zudem TeilnehmerInnen aus rechten Spektren wie Hogesa. Es wird bereits auf Hochtouren für die Gegenaktionen mobilisiert.

Wo genau die AnhängerInnen der Nazi-Partei aufmarschieren werden, steht noch nicht fest. Zwar hat der Wattenscheider Claus Cremer, der für die Bochumer NPD im Rathaus sitzt, für 200 TeilnehmerInnen eine Route über den Südring zum Rathaus angemeldet, doch gibt es noch keine Bestätigung: Die Kooperationsgespräche zwischen dem Polizeipräsidium Bochum und den Verantwortlichen der NPD seien noch nicht abgeschlossen, sodass derzeit keine Angaben zum Aufzugsweg gemacht werden könnten, erklärte Frank Lemanis von der Bochumer Polizei.

Gegen eine Genehmigung der Route spricht, dass dort die zentrale Kundgebung des DGB stattfinden wird. „Wahrscheinlicher ist ein Aufmarsch im Süden“, meint Karl Schwirzeck von der Bochumer Antifa.

Erwartet werden zur größten Nazi-Demo in Bochum seit 2008 auch SympathisantInnen aus anderen Spektren der rechten Szene. Neben rechten Hooligans von Hogesa werden wohl auch Dortmunder AnhängerInnen der Partei „Die  Rechte“ den Aufmarsch unterstützen.

Breite Gegen­aktionen

Verschiede­ne Strukturen rufen zu Gegenprotesten auf, um den Nazi-Aufmarsch zu verhindern, darunter etwa das Bochumer „Bündnis gegen Rechts“. Koordinierungsgespräche laufen zudem mit dem DGB. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will die Protestaktionen vor Ort unterstützen. 

Auch AktivistInnen der Bochumer Antifa arbeiten an Gegenaktionen: „Auf Bochums Straßen ist die Mobi bereits in vollem Gange. Im gesamten Stadtgebiet finden sich Plakate und Graffitis, die auf die anstehende Naziprovokation am 1. Mai aufmerksam machen“, so Karl Schwirzeck. „Unser Ziel ist es, die Anreise der Nazis zu behindern und die Aufmarschroute für sie unpassierbar zu machen. Hierfür ist es notwendig, dass alle schon frühzeitig im Viertel unterwegs sind. Nur mit vielen Menschen schaffen wir die Ausgangsposition für erfolgreiche Blockaden.“

 

:Benjamin Trilling