25 Jahre Blicke-Filmfestival. Die Jubiläumsausgabe begeistert mit vielfältigen Filmen.
Blicke ins Ruhrgebiet und die Welt
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Nicht nur im Kinosaal, sondern auch in den dauerhaften Ausstellungen konnten sich die ZuschauerInnen medial berieseln lassen. Bild: mag
Nicht nur im Kinosaal, sondern auch in den dauerhaften Ausstellungen konnten sich die ZuschauerInnen medial berieseln lassen.

Film.  Ein Sonnenaufgangsautomat und andere visuelle Erfahrungen in der 25. Jubiläumsausgabe des Blicke-Filmfestivals vom 15. bis 19. November.  Und wie immer viele experimentelle Filme. Den Hauptpreis vergab die Jury an die Dokumentation „Green Island.“

25 Jahre Festival. Das ist eine lange Zeit. Auch wenn es in dieser Zeit einige mediale Veränderungen gab, so bleibt die Veranstaltung ihrem Motto treu. Das Festival setzt auf thematische Vielfalt, junge Talente und erfahrene Profis sowie kulturellen Austausch.  Denn es ist nicht nur das größte kulturelle Ereignis in Bereich Film in Bochum, sondern dient auch zur „analogen Vernetzung“, wie Festivalleiterin Gabi Hinderberger sagt. Das Festival feiert Jubiläum, was man während des Festivals merkt. „Besonders schön an der Jubiläumsausgabe finde ich den leichten Hauch von Nostalgie, der hier unmittelbar mitschwingt“, erklärt Alisa, Studentin der Medienwissenschaft an der RUB. „Es freut mich, dass so viele Weggefährten des Festivals vor Ort sind.“

Kulturelle Vielfalt auch in den Filmen

Auch in diesem Jahr sorgte das vielfältige Filmprogramm für einen großen Andrang im Endstation-Kino. Philosophisch wurde es etwa beim Filmessay „Lee Se Kuum Den Takt“, in der Regisseurin Nora Reul der Entdeckung der Zeit auf der Spur ist.
Ein eigenwilliges Kunstprojekt begleitet Regisseur Henning Brod in „Völlig neues Raumgefühl dank urbaner Federung“. Der Bochumer Aktionskünstler Matthias Schamp pustet mit einem Laubbläser eine Feder durch Marl. Eine Transzendierung des urbanen Raums. Ein existentielles Porträt Bochums wohl berühmtester Punk-Band ist dagegen Olaf Ballnus Beitrag „Punk_im_alter_die_kassierer“.
Der Film „Nick“ schildert die Erfahrungen des gleichnamigen Transmenschen. Nick Krempf ist zugleich Darsteller als auch Filmemacher. Zusammen mit Co-Regisseur Julian Pawelzik entwickelte er das Konzept. Das Ergebnis ist eine authentische Darstellung, die mit starken Bildern überzeugt.

Beliebte Videoinstallation

Neben den traditionellen Publikumsgesprächen mit den RegisseurInnen fanden zwei Werkstattgespräche statt, zum einen über „Werner Nekes - Das Leben zwischen den Bildern“ von Ulrike Pfeiffer und zum anderen über Filme, die in deutsch-dänischer Kooperation entstanden sind. Zwischen den Filmblöcken konnten die ZuschauerInnen die dauerhaften Installationen besuchen: Jugendliche präsentierten auf Monitoren ihre Videos. Besonders beliebt: eine Ausstellung über Virtual und Augmented Reality und der Sonnenaufgangsautomat. Extra organisierte Wartelisten garantierten, von den sieben möglichen Sonnenaufgängen zwei auszuwählen. „Positiv überrascht und auch etwas irritiert“, so lautete das Feedback, das die zwei KünstlerInnen Valeska Klug und Birk-André Hildebrandt zu ihrem Automaten erhielten.

Wie in jedem Jahr verlieh eine Festival-Jury zahlreiche Preise: Die Hauptpreise gewannen die Dokumentarfilme „Green Island“ und „Einwurf zwanzig Pfennig“ sowie der Kurzspielfilm „Der Mann mit dem Fahrrad“. Der von trailer ruhr gestiftete Querdenker-Preis ging an den  essayistischen Film „Eine Kneipe auf Malle“, der Preis in der Kategorie action:gender an „Nick“ und der Publikumspreis an „im Dschungel der Flüchtlinge“.

:Maike Grabow

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