NAWI wird mit zehn Sitzen Wahlsieger, LiLi bleibt mit sechs Sitzen zweitstärkste Kraft
10 Prozent geben Stimme ab! Erdrutschsieg der Nicht-WählerInnen
Grafik: sat
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Aus der Wahl zum 50. Studierendenparlament geht die NAWI als stärkste Kraft hervor. Die Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure holte 1.305 (28,15 Prozent) der Stimmen und ist mit zehn Sitzen im 50. StuPa vertreten. Wie im Vorjahr bleibt auch die Linke Liste (LiLi) mit 768 Stimmen (16,57 Prozent), damit mit sechs Sitzen, zweitstärkste Fraktion. Erschreckende Randnotiz: Die bereits im letzten Jahr geringe Wahlbeteiligung fiel erneut zurück auf 10,29 Prozent.

Die NAWI hat das starke Wahlergebnis aus dem letzten Jahr bestätigt: Zwar gingen die Stimmen von 1.319 auf 1.305 sehr leicht zurück, trotzdem bleibt die Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure aufgrund der Verluste von anderen beziehungsweise weniger als im Vorjahr angetretenen Listen die mit Abstand stärkste Kraft. Entsprechend freut sich auch der StuPa-Abgeordnete Felix Schmidt: „Wir sind konstant die stärkste Liste und die Wähler haben uns den klaren Auftrag erteilt, den nächsten AStA zu bilden.“

Der Zuspruch für die LiLi fiel von 820 leicht auf 768. Mit sechs Sitzen bleibt die Linke Liste aber zweitstärkste StuPa-Fraktion. „Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und unserem Wahlkampf“, sagt Cristian Lukhardt. Auch die Liste GRAS konnte ihre fünf Sitze im StuPa verteidigen. Sebastian Pewny von den Grünen und alternativen Student*innen Bochum zeigt sich zufrieden: „Unser erstes Jahr im StuPa wurde von den Wählern positiv bewertet. Wir konnten trotz sinkender Wahlbeteiligung das Ergebnis halten und sind drittstärkste Liste.“

Jusos verlieren einen Sitz

Verluste beklagen dagegen die Jusos, die im nächsten Jahr nur noch mit vier statt fünf Sitzen vertreten sein werden. „Wir sind nicht zufrieden, da wir als einzige Liste einen Sitz abgeben müssen“, hadert auch Simon Paul mit dem schlechten Ergebnis: „Leider wurde trotz unserer guten Arbeit zu wenig gewählt und von Seiten der Studierenden wurde unserem Engagement zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“

Erstmals angetreten sind in diesem Jahr die Trumpycats, die Satire-Liste erlangte einen Sitz. Überraschungen blieben ansonsten aus: Die Internationale Liste (IL), die ReWi (Studierende der Rechtswissenschaft), die Jungen Liberalen (Julis), der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und die Liste der Geistes-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften (Gewi) bestätigten ihre Ergebnisse aus dem Vorjahr. Die aktuelle AStA-Koalition, bestehend aus NAWI, Jusos, Gewi, IL und Rewi,  kommt auf 21 Sitze und hat damit weiterhin eine Mehrheit im StuPa.

Wahlbeteiligung geht weiter zurück

Erneut wurde ein erschreckendes Desinteresse der Studierenden an der Hochschulpolitik offensichtlich: Nur 4.636 von über 44.000 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – damit fiel die Wahlbeteiligung gegenüber 2015 (11,26 Prozent) nochmals auf 10,29 Prozent zurück. So beklagt auch Nur Demir von der IL: „Ich finde es schade, dass es dieses Jahr wieder eine niedrige Wahlbeteiligung gab und dass die Auseinandersetzung mit Hochschulpolitik von einem Großteil der Studierenden vernachlässigt wird.“ Wieder mehr Studierende an die Wahlurne zu locken, wird daher auch für die VetreterInnen des 50. Studierendenparlaments eine wichtige Aufgabe bleiben.

Im Folgenden findet ihr die gesamten Antworten der Listen zu den beiden wichtigsten Fragen.

:bsz: Bist Du zufrieden mit dem Ergebnis und wie bewertest Du den Gewinn bezden Verlust zum Vorjahr?

Nur Demir / Internationale Liste (IL)

Wir konnten unsere 3 Sitze halten und sind somit zufrieden mit dem Gesamtergebnis. Wir beglückwünschen besonders die NAWI als stärkste Liste. Wir haben dafür, dass die Wahlbeteiligung an acht Urnen gesunken ist, nur 17 Stimmen weniger, was für uns keinen Verlust darstellt. Besonders der Zugewinn an Stimmen in IC zeigt, dass unsere WählerInnen zufrieden mit unserer Arbeit sind.

Fabia Rombach / Trumpycats

Ich bin selbstverständlich sehr zufrieden, als neue Liste so ganz ohne Wahlprogramm einen Sitz zu holen. Trotzdem reicht das jetzt leider noch nicht für die Weltherrschaft der Katze, aber ich finde, es verdammt nah dran.

David Semenowicz / Studierende der Rechtswissenschaft (ReWi)

Der ReWi ist es gelungen, ihre Sitzzahl zu halten. Wir sind aus diesem Grunde sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahl und gratulieren auch den anderen Listen zu ihren errungenen Sitzen.

Simon Paul / JungsozialistInnen (Juso Hochschulgruppe Bochum)

Wir sind nicht zufrieden, da wir als einzige Liste einen Sitz abgeben müssen. Jedoch bin ich der Meinung, dass wir positive Akzente in der Hochschulpolitik gesetzt haben. Leider wurde trotz unserer guten Arbeit zu wenig gewählt und von Seiten der Studierenden wurde unserem Engagement zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Matthias Arthkamp / Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)

Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir konnten unseren Stimmenanteil zwar ein wenig ausbauen, sind aber weit hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben, da wir auf einen zweiten Sitz gehofft hatten.

Felix Schmidt / Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure (NaWi)

Grundsätzlich ja, wir bedanken uns bei unseren Wählern für ihr Vertrauen. Wir sind konstant die stärkste Liste und die Wähler haben haben uns den klaren Auftrag erteilt, den nächsten AStA zu bilden.

Daniel Elon / Liste der Geistes-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften (GeWi)

Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden; wir sind stabil geblieben. Insgesamt ist es ein Zeichen dafür, dass der AStA und seine Referenten gute Arbeit geleistet haben und mit dem Rückhalt der Wähler belohnt wurden.

Sebastian Pewny / Grüne & alternative Student*innen Bochum (GRAS)

Auf jeden Fall! Unser erstes Jahr im StuPa wurde von den Wählern positiv bewertet. Wir konnten trotz sinkender Wahlbeteiligung das Ergebnis halten und sind drittstärkste Liste. Erstaunt bin ich darüber, dass die Jusos so viel verloren haben.

Cristian Luckhardt / Linke Liste (LiLi)

Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis sowie unserem Wahkampf. Wir konnten relativ standhaft bleiben und genug Wähler von uns überzeugen.

Charline Kappes / Junge Liberale (Julis)

Wir sind sehr zufrieden, weil wir trotz rückläufiger Wahlbeteiligung an absoluten Stimmen zugelegt haben. Leider konnten wir dieses Jahr nicht über unseren einen Sitz hinauskommen.

 

:bsz: Ein generelles Statement zu den drei Wochen Wahlatmosphäre, bitte …

Nur Demir / Internationale Liste (IL)

Ich finde es schade, dass es dieses Jahr wieder eine niedrige Wahlbeteiligung gab und dass die Auseinandersetzung mit Hochschulpolitik von einem Großteil der Studierenden vernachlässigt wird.

Fabia Rombach / Trumpycats

Die Wahlwoche war wieder super. Davor war ja quasi unsere Gründungsphase. Ich hatte die Gelegenheit, so viele schöne Gespräche mit beinahe jeder Liste zu führen und da wurde mir wieder bewusst wie nett die meisten Menschen in unserer Hochschulpolitik sind, wenn sie sich nicht alle so feindselig gegenüberstehen würden.

David Semenowicz / ReWi

Wir haben die Wahlatmosphäre als positiv empfunden. Insbesondere die Durchführung des Wahlkampfes in der vergangenen Woche hat die ReWi mit allen Listen und WählerInnen als kollegial, harmonisch und konstruktiv erlebt.

Simon Paul / Jusos

Wir haben es leider nicht ganz geschafft, unsere Themen voranzubringen und die Studierenden zum Wählen zu animieren – zuletzt sichtbar an den Ergebnissen von GA und GB.

Matthias Arthkamp / RCDS

Aus meiner Sicht war die Wahlatmosphäre in den letzten drei Wochen sehr gut: Der Wahlkampf verlief unter den Listen sehr fair, freundschaftlich und respektvoll. Ein großes Lob möchte ich an dieser Stelle unseren Wahlkämpfern aussprechen, die eine großartige Arbeit geleistet haben und sicherlich nicht die Schuld an unserem schlechten Abschneiden tragen.

Felix Schmidt / NaWi

Es war überwiegend ein fairer Wahlkampf. Es war schön zu beobachten, dass sich die Fronten zwischen den Listen etwas abgeschwächt haben.

Daniel Elon / GeWi

Insgesamt war es ein fairer Wahlkampf. Bedenklich hingegen ist die niedrige Wahlbeteiligung und die Politikverdrossenheit, die damit einhergeht. Daran müssen wir weiter arbeiten.

Sebastian Pewny / GRAS

Es war ein anstrengender Wahlkampf mit einem fairen Umgang. Wir warten auf Gesprächseinladungen der anderen Listen. Wenn die nicht kommen, gehen wir gestärkt aus dieser Wahl in die Position.

Christian Lukhardt / LiLi

Ich würde mich gerne bei allen bedanken, die uns gewählt und geholfen haben.

Charline Kappes / Julis

Ich finde es sehr schade, dass die Wahlbeteiligung noch weiter zurückgegangen ist und dass circa 4.000 Studierende über die Belange von circa 45000 entscheiden.  

:Benjamin Trilling &

Eugen Libkin

Co-Autor(in):